Der österreichische Festnetzbetreiber Callino, knapp ein halbes Jahr am Markt, steht zum Verkauf. Wie das Wiener Unternehmen heute, Montag, bekannt gab, zieht sich der bisherige Callino-Eigentümer, die 1996 gegründete US-Gruppe Formus Communications mit Sitz in Denver/Colorado, aus Österreich zurück. Marktlage in Österreich war zu schlecht Als Gründe nannte Callino in einer Mitteilung die schwierige Finanzsituation des Eigentümers (bedingt durch den amerikanischen Kapitalmarkt), die Marktlage in Österreich sowie Beschränkungen in Zusammenhang mit den WLL (Wireless Local Loop)-Lizenzen. Zwei "ernsthafte" Interessenten gefunden Verhandlungen über den Verkauf von Callino Österreich würden derzeit mit zwei "ernsthaften" Kaufinteressenten geführt, hieß es weiter. "Es bestehen gute Chancen, dass ein Verhandlungsabschluss schnell möglich ist", so Callino-Chef Wolfgang Siegl. Vorsorglich hätten jedoch alle 40 Mitarbeiter dem Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung gemeldet werden müssen. 9.000 Kunden waren zu wenig Callino hat seit seinem Markteintritt in Österreich nach eigenen Angaben rund 9.000 Kunden gewonnen und wickelt für Telefonie- und Internetkunden mehr als 2 Millionen Gesprächsminuten pro Monat ab. Neben klassischen Sprachservices für nationale und internationale Telefonie unter der Netzbetreibervorwahl 1045 bietet Callino auch Telefonie-Mehrwertdienste, Calling Cards und Internetservices an. Formus zieht sich aus Österreich zurück Formus Communications - Hauptgesellschafter des Unternehmens sind Venture-Kapitalgeber, Hightech-Firmen und Großbanken wie die Chase Manhattan-Tochter CCP Chase Capital - erstellt und betreibt Breitband-Netzwerke und bietet lokale, nationale und internationale Sprach- und Multimediadienstleistungen sowie breitbandigen Internet Access in ausgewählten europäischen Märkten an. (APA)