Berlin - Der auch in den eigenen Reihen umstrittene deutsche Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) bleibt nach Angaben des Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion, Rezzo Schlauch, im Amt. Schlauch sagte am Montag nach einer Sitzung des Parteirats, das Gremium habe keine personellen Konsequenzen aus Trittins umstrittenen Äußerungen beschlossen: "Der Minister ist Minister und bleibt Minister." Zuvor war spekuliert worden, Trittin könnte für das schlechte Abschneiden der Grünen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verantwortlich gemacht und zum Rücktritt gedrängt werden. Teilnehmer der Sitzung berichteten, es habe Kritik an Trittins Äußerungen gegeben, der CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer mit einem Skinhead verglichen hatte. Das habe nach einhelliger Auffassung Wechselwähler von den Grünen fern gehalten. Die Schuld für das schlechte Abschneiden der Grünen bei den Wahlen sei jedoch nicht allein bei Trittin zu suchen. Ähnlich hatten sich bereits führende Grüne am Wahlabend geäußert. Parteichef Fritz Kuhn wollte am Nachmittag über die Sitzung des Parteirats berichten. Die Grünen hatten in Rheinland-Pfalz 1,7 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Wahl verloren und waren mit 5,2 Prozent nur knapp in den Mainzer Landtag eingezogen. In Baden-Württemberg, wo sie ebenfalls in der Opposition sind, hatten sie 4,4 Prozentpunkte auf einen Stimmenanteil von 7,7 Prozent verloren. (APA/Reuters)