Wien - Die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) wird sich bei den bevorstehenden Tarifverhandlungen nicht mit dem Vorjahresabschluss von 2,2 Prozent (Mindestlöhne) zufrieden geben. "Das ist sicher nicht die Marke, die wir uns vorstellen", sagte HGPD-Chef Rudolf Kaske heute, Montag, vor Journalisten in Wien, ohne die Lohnforderung zu präzisieren. Die 150.000 Beschäftigten in der Branche müssten durch eine "ordentliche Lohnerhöhung ihr Stück vom Kuchen bekommen", so die Gewerkschaft. Die Kollektivvertragsverhandlungen beginnen am Mittwoch und sind für den ganzen April anberaumt. Die Gewerkschafter verweisen bei ihren Forderungen auf ein Umsatzplus im Tourismusbereich 2000 von durchschnittlich 7 Prozent und von 6,3 Prozent von November bis Jänner. Die Tourismusentwicklung "läuft ja sensationell", so Kaske. Zudem bestehe ein Nachholbedarf gegenüber anderen Branchen, die Löhne im Hotel- und Gastgewebe liegen demnach 31 Prozent unter dem österreichischen Durchschnittseinkommen. Weitere Forderungen hat die Gewerkschaft bereits der Wirtschaftskammer als Verhandlungspartner übermittelt. Dazu zählen wie bisher die Anhebung aller Löhne auf 1.000 Euro (13.760 S) Mindestlohn, eine Erhöhung der Löhne und Lehrlingsentschädigungen, eine Anhebung aller Zuschläge sowie Abschlüsse von Ist-Lohnerhöhungen. Neu ist die Forderung nach einem "Saisonzuschlag", mit dem die Schlechterstellung von Saisonniers gegenüber anderen Arbeitnehmern abgegolten werden sollte. (APA)