Wien - Der "King of Rock and Roll" bleibt auch 24 Jahre nach seinem Tod ein Phänomen: Obwohl er in der Produktion "Elvis - The Concert" lediglich von der Videowall zu seinen Fans singt, herrschte am Montag Abend in der Wiener Kurhalle Oberlaa mehr Stimmung als bei so manchem lebenden Act. Zwei Stunden spielten Musiker, die mit Presley in den siebziger Jahren getourt waren, live Klassiker wie "Heartbreak Hotel" oder "Burning Love", während die Stimme ihres "Chefs" vom Band kam - und es wirkte zu keinem Zeitpunkt peinlich, im Gegenteil. Auf der Bühne standen die Originalbesetzung der TCB Band, Mitglieder der Sweet Inspirations und der Imperials sowie Dirigent Joe Guercio. Lediglich das Begleitorchester und zwei neue Stimmen in den Backgroundchören waren nicht "authentisch". Die Show vermittelte ein Gefühl davon, wie Elvis seinerzeit die Säle zum Kochen brachte: Das gut zusammengestellte Programm führte über Rock'n'Roll, Pop und Balladen bis zu Gospel und zeigte die Bandbreite von Presleys Repertoire. Wie damals Die Bilder und Stimme des "Kings" wurden aus Aufzeichnungen von TV-Auftritten (v.a. "Aloha From Hawaii") und Konzertfilmen ("Elvis, That's The Way It Is" und "Elvis On Tour") herausgefiltert. Die "virtuelle Auferstehung" funktionierte, zwischendurch schien das Publikum zu vergessen, dass der Star des Abends gar nicht persönlich anwesend war. Bei "Suspicious Minds" flippten die Besucher endgültig aus, bei "Can't Help Falling In Love" stürmten sie sogar an den Bühnenrand, als würde dort Elvis aus Fleisch und Blut stehen. Die spielbegeisterten Musiker haben sich diese Beifallskundgebung verdient. "Elvis - The Concert" führte vor Augen, welches Phänomen Mr. Presley war und noch immer ist. Es darf gezweifelt werden, ob Menschen in 20 Jahren bereit sind, für ein ähnliches Spektakel mit einem Künstler von heute 690 bis 1.300 Schilling pro Eintrittskarte abzulegen. Der "King" bleibt wohl für immer eine Ausnahmeerscheinung. (APA)