München - Ein Jahr nach dem Verkauf von Rover hat BMW am Dienstag die beste Bilanz seiner Geschichte vorgelegt. Der Umsatz kletterte auf 35,4 Mrd. Euro (487,1 Mrd. S) , das EGT stieg um 50 Prozent auf 1,67 Mrd. Euro. Nach 2,5 Mrd. Euro Verlust im Vorjahr wies der Konzern nun einen Jahresüberschuss von 1,03 Mrd. Euro aus. In einem nachlassenden Automarkt will BMW mit höherwertigen Fahrzeugen auf der Überholspur bleiben. Im ersten Quartal 2001 habe der Konzern erneut acht Prozent mehr Autos verkauft, erklärte BMW-Vorstandsvorsitzender Joachim Milberg bei der Bilanzpräsentation. Milberg ließ erkennen, dass die Produktion des neuen X3 bei Magna-Steyr in Graz nur eine von mehreren Standortalternativen ist. Neuausrichtung greift "Die Neuausrichtung greift", meinte der noch vor einem Jahr schwer "angeschlagene", nun unumstrittene BMW-Chef optimistisch. Rover hat das Ergebnis 2000 noch einmal mit 762 Mill. Euro Verlust belastet. Alles in allem werde Rover seit 1994 rund 4,1 Mrd. Euro gekostet haben - also etwas weniger als bisher bekannt, sagte Finanzvorstand Helmut Panke. Vorstandschef Milberg zeigte sich zuversichtlich, dass BMW heuer bei Absatz, Umsatz und Ertrag weiter zulegen werde. "Wir wollen der führende Hersteller von Fahrzeugen der Extraklasse sein." Der Premiummarkt habe sich in den vergangenen Jahren von den Konjunkturabschwüngen auf dem Massenmarkt weitgehend abkoppeln können. Er werde in den nächsten zehn Jahren um 50 Prozent wachsen, der Massenmarkt nur um 25 Prozent. Mit den neuen Modellreihen 1er, 6er und X baue BMW sein Premium-Angebot konsequent aus. Jedes Produkt und jede Baureihe müsse die Renditeanforderungen erfüllen. In erster Linie gehe es um Profitabilität. Größe allein sei für BMW kein Ziel, betonte Milberg. Rennen um Produktion in Graz noch offen Nach dem erfolgreichen X5 werde die Familie der allradgetriebenen BMW mit dem kleineren X3 erweitert. Dabei werde mit Magbna-Steyr über eine Zusammenarbeit verhandelt - es gebe aber Alternativen zu Graz-Thondorf, betonte Milberg. Eine Alternative sei die "interne", die BMW-Werke seien flexibel genug, um die Entwicklung, Planung und Produktion zu sichern. aber auch ein weiterer "externer" Partner käme prinzipiell in Frage. Für die Produktion der 1er-Reihe, der als erster BMW der Golf-Klasse 2004 auf den Markt kommen soll, sei noch ein Dutzend Standorte in den alten und neuen Bundesländern sowie in West-, Ost- und Südeuropa in der Auswahl, sagte Milberg. Die Entscheidung falle vor den Sommerferien. Als neues Flaggschiff werde BMW im September in Frankfurt einen völlig neu entwickelten 7-er vorstellen. Außerdem werde BMW als 6er-Reihe ein Coupe und ein Cabrio entwickeln. Im Juli komme der neue Mini auf den Markt, im Jahr 2003 der neue Rolls Royce. (APA)