Tokio - Drei Viertel der Japaner haben sich in einer Umfrage für den Rücktritt ihres Ministerpräsidenten Yoshiro Mori ausgesprochen. 75,6 Prozent der Befragten befürworteten einen sofortigen Rücktritt Moris und seiner Regierung, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Zeitung "Yomiuri Shimbun". Nur vier Prozent meinten, Mori müsse nicht zurücktreten. Dieses Ergebnis dürfte den Druck auf die regierenden Liberaldemokraten (LDP) erhöhen, sich auf einen möglichen Nachfolger Moris zu einigen. Der Ministerpräsident war nach zahlreichen Affären auf Grund politischer Fehltritte und rhetorischer Patzer in Bedrängnis geraten. Jüngst hatten neben der Opposition auch Koalitionsvertreter Moris Rücktritt gefordert. Im Juli wird in Japan ein neues Oberhaus gewählt. Die LDP-Partner in der Regierungskoalition, Neue Komeito und Neue Konservative Partei, favorisieren den LDP-Politiker Hiromu Nonaka als Nachfolger Moris. Nonaka hat eine Kandidatur allerdings bisher ausgeschlossen. Jüngere LDP-Abgeordnete ziehen den reformorientierten Mori-Stellvertreter Junichiro Koizumi als möglichen Nachfolger Moris vor. Koizumi sagte unterdessen, solange die Partei nicht reformiert sei, sehe er wenig Sinn in einer Kandidatur. Hashimoto möglicher Nachfolger Es sei nicht damit getan, die führenden Köpfe der Partei auszutauschen. Nunmehr wird auch der frühere Ministerpräsident und Anführer der größten Fraktion innerhalb der LDP, Ryutaro Hashimoto (75), in der Partei als möglicher Nachfolger Moris gehandelt. "Yomiuri Shimbun" meldete, noch im Laufe des Tages sollte die LDP-Gruppe um Hashimoto zu Beratungen über die Kandidatenfrage zusammenkommen. Nach japanischen Medienberichten würde auch die einflussreiche LPD-Fraktion um demn früheren Handelsminister Mitsuo Horiuchi eine Kandidatur Hashimotos unterstützen. In der in "Yomiuiri Shimbun" veröffentlichten Umfrage nannten elf Prozent der Befragten Hashimoto den geeignetsten Kandidaten für eine Nachfolge Moris. Für Koizumi sprachen sich 25 Prozent aus. (APA/Reuters)