San Francisco - Als Folge der akuten Energiekrise werden Millionen von kalifornischen Stromverbrauchern kräftig zur Kasse gebeten. Die Aufsichtsbehörde des US-Westküstenstaates stimmte am Dienstag einstimmig für eine sofortige Preiserhöhung von 7 auf 10 Cents (0,11 Euro/1,5 S) pro Kilowattstunde. Vertreter von Stromkunden sprachen von einem Raubzug, der zehn Millionen Kunden betreffe. Betroffen sind mehr als zehn Millionen Kunden der beiden größten Versorger Southern California Edison und Pacific Gas and Electric. Zuvor hatte die Public Utilities Commission bereits Preissteigerungen zwischen 9 und 15 Prozent in diesem Jahr sowie 10 Prozent im kommenden Jahr beschlossen. Bedürftige Bürger und Kunden, die Strom sparen, sollen bevorzugt behandelt werden. Stromkäufe aus der Staatskasse Kalifornien hatte bisher durch massive Stromabschaltungen versucht, der Energiekrise Herr zu werden. Gouverneur Gray Davis will außerdem mit Stromkäufen aus der Staatskasse und langfristigen Lieferverträgen für Linderung bis zum Sommer sorgen. Seine Regierung hat bis zu 4,7 Mrd. Dollar (5,25 Mrd. Euro/72,2 Mrd. S) eingeplant. Energie war in dem Bundesstaat durch eine misslungene Deregulierungspolitik knapp geworden. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung waren die Strompreise auf dem freien Markt über Erwarten gestiegen. Die Stromversorger stehen am Rand des Bankrotts, weil sie die höheren Kosten nicht an die Verbraucher weiter geben durften. Hinzu kommt, dass in Kalifornien durch scharfe Umweltbestimmungen in den vergangenen zehn Jahren keine Kraftwerke mehr gebaut wurden. (APA/dpa)