Linz - Die Freude über die zunehmend eingesetzten Computerstimmen am Telefon hält sich bei den Österreichern in Grenzen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "SPECTRA" hat rund die Hälfte der Personen, die schon einmal einen Telefonkontakt mit dem Computer hatten, dieses Erlebnis störend empfunden, die andere Hälfte hat sich dagegen mit der digitalen Stimme abgefunden. Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzten zuletzt auf eine Computerstimme, die den Anrufer begrüßt, auf eine Weiterverbindung hinweist beziehungsweise durch das weitere Menü führt. Für zwei Drittel der von SPECTRA befragten 1.000, repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen ist daher die Computerstimme am Telefon nichts Neues. Vor allem die 15- bis 29-Jährigen - das sind auch die "Vieltelefonierer" - kennen diese neue Art der Gesprächsannahme: 79 Prozent von ihnen sind damit vertraut. Den stärksten Bekanntheitsgrad haben die synthetischen Stimmen - mit 77 Prozent Nennungen - bei der Bevölkerung in Wien. Am wenigsten bekannt sind sie den Niederösterreichern und den Burgenländern. Fast zwei Drittel der Österreicher - konkret 61 Prozent, die von dieser technischen Option wissen, hatten persönlich im Rahmen eines Telefongespräches schon einmal Kontakt mit einer elektronisch erzeugten Stimme. Weitere 22 Prozent kamen erst einmal mit dieser Technik in Berührung. Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung bedeutet das, dass rund jeder zweite Österreicher - 56 Prozent - bisher zumindest einmal mit einer Computerstimme verbunden gewesen ist. Unter diesen "Betroffenen" ergibt sich eine "Pattstellung" zwischen Befürwortern und Ablehnern. 52 Prozent fühlen sich von der Computerstimme nicht gestört, während sich 45 Prozent damit eher nicht anfreunden können. Letzteres gilt vor allem für die ältere Bevölkerung, von denen sich 53 Prozent damit nicht anfreunden können. Deutlich weniger Berührungsängste verspüren dagegen die Jüngeren: Von den Österreichern unter 29 äußerten sich nur 37 Prozent negativ. Erkennbar ist zudem ein Ost-West-Gefälle. Demnach zeigten sich in Wien nur 38 Prozent vom digitalen Gegenüber wenig begeistert, im Westen - Salzburg, Tirol und Vorarlberg - stieg dieser Wert auf beträchtliche 50 Prozent an. (APA)