Ebensee - Am Mittwoch eröffnet im Salzkammergut ein neues Museum, das sich mit Österreichs jüngerer Vergangenheit von 1918 bis 1955 befasst. Das "Haus der Geschichte" in Ebensee dokumentiert anhand von rund tausend Exponaten wie Fotos, Plakaten, Videos etc. die Genese der Alpenrepublik von der "Politischen Lagerkultur der Ersten Republik" über "Austrofaschismus/Ständestaat" bis zum "Umgang mit der NS-Vergangenheit". Die Ausstellungsräumlichkeiten sowie das Konzept wurden von Architekt Bernhard Denkinger und der Historikerin Ulrike Felber (beide Wien) in Zusammenarbeit mit dem künftigen Museumsleiter Wolfgang Quatember, den Universitäten Wien, Linz, Salzburg und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands erstellt. Das flott gestaltete Haus will "kein Museum herkömmlicher Heimatsgeschichtsschreibung" sein, sondern die schwierige Thematik, die noch vor nicht allzu langer Zeit in den Geschichtsunterrichtsstunden vieler Gymnasien nur sehr zögerlich vermittelt wurde, nach den "neuesten museologischen Standards" aufbereiten. In Ebensee selbst schufteten ab 1943 KZ-Häftlinge am Bau einer Stollenanlage, in der man später Raketen entwickeln wollte. In einem dieser Stollen ist nun eine Ausstellung über das Konzentrationslager, die Zwangsarbeit und die NS-Rüstungsproduktion zu sehen. Im Museum selbst, das in der Stadtmitte in Kirchennähe liegt, gibt es neben der Dauerausstellung auch eine Bibliothek sowie ein stattliches Foto- und Dokumentenarchiv. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 3. 2001)