Wien - Die Wiener FP-Spitzenkandidatin Helene Partik-Pable bestätigte am Mittwoch, dass sie nicht vom Nationalrat in den Gemeinderat wechseln wird. Zu dieser Entscheidung habe sie nicht der "Ruf" von FP-Klubobmann Peter Westenthaler veranlasst, sondern "dieses wirklich sehr schlechte Ergebnis" der FPÖ bei der Gemeinderatswahl am Sonntag. Die FPÖ verlor am Sonntag 7,8 Prozentpunkte und acht Mandate. "Nicht zur Debatte" stehe außerdem ein Wechsel in die Volksanwaltschaft, so Partik-Pable am Rande der Sitzung des Nationalrates. "Ich bin sehr enttäuscht über das Wahlergebnis, das ist doch ein sehr großer Verlust gewesen. Ich ziehe die Konsequenz und gehe nicht in den Landtag", sagte Partik-Pable. Offensichtlich habe die FPÖ nicht das Wählervertrauen erreicht "in dem Ausmaß wie gewünscht". Die Wähler, die der FPÖ ihre Stimme gaben (20,16 Prozent), würden sicherlich "meinen Standpunkt verstehen und meine Konsequenz richtig finden", sagte Partik-Pable in Bestätigung eines Berichts in der Tageszeitung "Die Presse". Die FPÖ habe immerhin acht Mandate verloren und da sei es "doch nur fair von mir, wenn ich mein Mandat zur Verfügung stelle für die, die bisher gute Arbeit geleistet und die Kontrolltätigkeit ausgeübt haben", so Partik-Pable. Außerdem habe sie nicht mit der absoluten Mehrheit der SPÖ gerechnet. Als Vorsitzende des Euroteam-Untersuchungausschusses, wo es doch darum gehe, dass die SPÖ mit Steuergeldern nicht sorgfältig umgegangen sei, könne sie die nötig Kontrolltätigkeit verstärkt ausüben. Partik-Pable wird nach eigenen Angaben neben dem Vorsitz im Euroteam-Ausschuss auch ihre weiteren Funktionen, nämlich FPÖ-Sicherheitssprecherin und Stellvertreterin des Klubobmannes, beibehalten. Kabas verteidigt Haltung von Partik-Pable Der Wiener FPÖ-Landespartei- und Klubobmann Hilmar Kabas hat Mittwoch die Haltung seiner Spitzenkandidatin für die Gemeinderatswahl, Helene Partik-Pable, nicht vom Parlament in das Rathaus zu wechseln, verteidigt. Gleichzeitig betonte Kabas gegenüber dem ORF, er habe keine Rücktrittsgedanken als Parteichef. Es sei seinerzeit die gemeinsame Entscheidung gewesen, auf Grund des monatelangen "Trommelfeuers von Verleumdungen und Bösartigkeiten" gegen ihn einen Austausch der Spitzenkandidaten vorzunehmen. Wegen des Wahlergebnisses und der künftigen Konstellationen werde Partik-Pable "noch erfolgreicher für Wien arbeiten können, wenn sie im Parlament bleibt". Auf einen eventuellen Rücktritt als Landesparteiobmann angesprochen meinte Kabas: "Ich bin Landesobmann. Wer in Zukunft Klubobmann ist, wird der Klub entscheiden." Und Michael "Kreißl wird Landesparteisekretär bleiben". Happy Westenthaler FP-Klubchef Peter Westenthaler zeigte sich am Mittwoch erfreut, dass ihm die Wiener FP-Spitzenkandidatin Helene Partik-Pable als Sicherheitssprecherin im Parlament erhalten bleibt. "Ich bin froh dass der Wunsch des kleinen Klubobmannes etwas bewirkt hat", meinte Westenthaler, der sich bereits gestern, Dienstag, gegen den Wechsel Partik-Pables in das Wiener Rathaus ausgesprochen hatte, bei einer Pressekonferenz. Die Frage, ob die stellvertretende Klubobfrau nun eine wichtigere Rolle im Parlament spielen werde, verneinte Westenthaler: "Im Parlament gibt es keine wichtigere Rolle mehr", so der Klubobmann. Fragen nach etwaigen personellen Konsequenzen aus der Wiener Wahlschlappe wies Westenthaler zurück. Es sei zwar "erfrischend und vernünftig", sich über bessere Strukturen Gedanken zu machen. Dies sei allerdings Aufgabe einer Arbeitsgruppe, so Westenthaler: "Ich kenne das neue Konzept nicht." Zitiert: Zur Erinnerung ein paar Aussagen von Partik-Pable im Wandel der Zeit "Ich trete an, wenn ihr dazu bereit seid, wenn ich eure Zustimmung habe, dann trete ich an." (Helene Partik-Pablé zu ihrem Umstieg von der Bundes- in die Landespolitik am 21. Jänner) "Niemand kann etwas über die Zukunft sagen. Nach dem Wahlkampf ziehe ich in den Landtag ein." (Helene Partik-Pablé am 20. März in der Print-Ausgab des STANDARD) "Ich geb' jetzt kein Interview." (Partik-Pablé am 27. März zu den Überlegungen, sie sollte doch im Parlament bleiben.) (APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.3.2001)