Wien - Kritik an der von der Koalition geplanten Vorgangsweise zur Reparatur der Ambulanzgebühren kam am Mittwoch im Nationalrat von der Opposition. SP-Klubchef Peter Kostelka sprach von einer "Panikreaktion" und forderte eine "ordnungsgemäße Beratung". Grün-Bundessprecher Alexander Van der Bellen sprach von einem "Husch-Pfusch-Verfahren". ÖVP und Freiheitliche haben die vorgesehenen Änderungen am Dienstag als Initiativantrag eingebracht und streben an, die nach der Aufhebung der Ambulanzgebühren durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) notwendige Reparatur bereits kommenden Montag abzuschließen. Nach dem Fahrplan der Koalition soll noch diese Woche der Sozialausschuss sich mit der Materie befassen. Kommenden Montag sollten dann im Plenum Debatte und Beschluss folgen. Die Präsidiale habe am Dienstag diese Vorgangsweise beraten, betonte FP-Klubchef Peter Westenthaler. Wenn Kostelka nun fordere, die Präsidiale solle sich damit befassen, könne er nur von einem "seltsamen Schauspiel" und einer "Show" sprechen. Van der Bellen hatte zuvor gesagt, es sei "unerhört", dass noch vor Ausfertigung des VfGH-Urteils die Änderung vorgenommen werde. Bisher liege keine Basis dafür vor, zu entscheiden, welche Änderungen nötig seien. VP-Klubobmann Andreas Khol wies diese Darstellung zurück. Präsident und Vizepräsident des Verfassungsgerichtshofes hätten in einer "offiziellen Pressekonferenz" über die Aufhebung der Ambulanzgebühr informiert und mitgeteilt, dass "ein rein formaler Mangel" dafür Ausschlag gebend sei. Er sehe keine Veranlassung, daran zu zweifeln. Außerdem sei diese Mitteilung ausreichend gewesen, im Wiener Wahlkampf der Regierung Versäumnisse vorzuwerfen. Sie sei daher auch ausreichend, um diese Versäumnisse zu reparieren. Westenthaler gab sich darüber hinaus "empört" darüber, dass mit Van der Bellen ein Universitätsprofessor offenbar nicht in der Lage sei, bis Montag ein zweieinhalb Seiten starkes Gesetz zu lesen, zu studieren und zu beurteilen. (APA)