Wien - Das Liberale Forum wird als Partei nicht aufgelöst. Es bleibt als Rechtskörper bestehen, wird aber in eine Plattform umstrukturiert. Dieses Ergebnis der Präsidiumssitzung teilte Parteichef Friedhelm Frischenschlager der APA am Mittwoch mit. Die Parteistrukturen sollen "eingeebnet" und radikal verkleinert werden. Die politischen Aktivitäten sollen in die zu gründende Plattform verlagert werden. Deren Strukturen müssen erst erarbeitet werden. Die 25 Wiener Bezirksräte und die Gemeinderäte in verschiedenen Kommunen werden auf jeden Fall weiter arbeiten. Die Beschlüsse dazu sollen auf einem Bundesforum am 21. April fallen. Man sei zur Einschätzung gelangt, dass es zwar weiter einen Bedarf an politischem Liberalismus geben, das LIF als Partei aber keine ausreichende Unterstützung mehr habe. Man wolle dashalb nicht das liberale Projekt beenden, könne aber nicht mehr in der alten Struktur als wahlwerbende Partei auftreten. Das LIF werde die Strukturen "radikal abschlanken", sich der Parteibürokratie entledigen, kündigte Frischenschlager an. Die Bundespartei werde künftig nur noch ein oder zwei Leute hauptamtlich beschäftigen. Man wolle sich "weit öffnen" und versuchen, "eine Verankerung in der Zivilgesellschaft" zu schaffen. Liberale Initiativen sollten dadurch entstehen und in einer Plattform münden. Diese Plattform solle inhaltlich, organisatorisch und personell eine neue Basis bilden. Wenn es gelingt, dafür ausreichende Unterstützung zu bekommen, sowohl in personeller als auch in finanzieller Hinsicht, dann könne man entscheiden, ob man bei der Nationalratswahl 2003 und der EU-Wahl 2004 "unter welcher Bezeichnung auch immer" antreten werde, sagte Frischenschlager. Völlig offen ist nach den Worten Frischenschlagers die künftige Führung der Partei. Diese Plattform solle "keine festen autoritären Strukturen" haben. Eine klassische Parteispitze wäre "der Plattform-Idee nicht dienlich". Verantwortlich könnte ein stark verkleinertes Präsidium sein. Ob er selbst in einem solchen Leitungsgremiums sitzen oder eine Sprecherfunktion ausüben werde, sei dabei "gleichgültig". Die personellen Ressourcen sollen bis zum Bundesforum geklärt werden. Erste Aufgabe der Plattform solle noch heuer ein großer "programmatischer Event" sein. Dabei sollen die inhaltlichen Schwerpunkte für die Zukunft gesetzt werden. Am Parteiprogramm mit seinen Grundzügen solle sich nichts ändern, kündigte Frischenschlager an. Aber im Rahmen dieser Grundprinzipien stehe alles zur Disposition. Für den internationalen Liberalismus werde das LIF weiter der Ansprechpartner in Österreich bleiben, versicherte Frischenschlager. (APA)