Salzburg - Mit einem Informations- und Protesttag wandte sich die Universität Salzburg am Mittwoch gegen die geplanten Änderungen beim Dienstrecht für Universitätsangehörige. An der Uni wurden keine Lehrveranstaltungen abgehalten. In der offenen gewerkschaftlichen Betriebsversammlung wurde am Vormittag eine Resolution beschlossen, die Mittag an LH Franz Schausberger (V) und LR Gabi Burgstaller (S) übergeben wurde. Beide Politiker haben ihre Unterstützung zugesagt. Unterstützung kam auch von der Salzburger Hochschülerschaft, für die die Maßnahmen gegen das geplante Dienstrecht ein legitimes gewerkschaftliches Mittel sind. Resolution im Wortlaut Die Resolution an beide Politiker lautet: "Wir wenden uns an Sie als führende/n Landespolitiker/in, die Sie nicht nur als Absolvent/in der Universität Salzburg verbunden sind, sondern deren Geschicke Sie auch aktuell insbesondere durch Ihre Mitwirkung bzw. Leitung im Universitätsbeirat mitgestalten. Das unterstreicht nachhaltig den Charakter unserer Universität als 'Landes-Universität'. Der heutige Informations- und Protesttag steht zunächst im Zeichen der von der Bundesregierung geplanten Änderungen im Dienstrecht. Akut drohen mindestens 144 unserer KollegInnen (von insgesamt 474) ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das bedroht die Existenz dieser KollegInnen (und ihrer Familien) und kann von uns nicht akzeptiert werden! Eine solche Dienstrechtsänderung könnte aber nur der Auftakt für eine massive Verkleinerung des Universitätsstandortes Salzburg sein: Die Positionen dieser 144 KollegInnen werden mit Sicherheit nur zu einem geringen Teil nachbesetzt werden können (die als eines der Hauptziele der Neuregelung propagierte 'Nachwuchsförderung' wird somit nicht zu erreichen sein!)." "In Verbindung mit dem in den nächsten fünf Jahren zu erwartenden altersbedingten Ausscheiden von etwa 115 WissenschafterInnen (auch das andere vorgebliche Ziel 'Verhinderung der Zupragmatisierung' erscheint damit höchst fragwürdig!) würde die Universität kurzfristig mehr als die Hälfte ihres wissenschaftlichen Personals verlieren. Das bedroht die Universität Salzburg in ihrer Substanz und kann von niemandem akzeptiert werden, dem diese Universität ein Anliegen ist! Wir wenden uns daher an Sie als Mitglieder der Salzburger Landesregierung als auch in Ihrer Funktion in Ihrer jeweiligen Bundespartei mit der dringenden Bitte, unsere Positionen zum Dienstrecht und damit gegen eine Bedrohung der Universität Salzburg als solche sowie gegen eine nur auf kurzfristige Verwertbarkeit von Wissen ausgerichtete Bildungspolitik zu unterstützen und ihren Einfluss geltend zu machen, dass entweder die Dienstrechtspläne zurückgestellt werden, bis auch die Vorhaben betreffend Vollrechtsfähigkeit entscheidungsreif sind, oder im Rahmen einer Neuregelung ein für alle bereits jetzt beschäftigten KollegInnen akzeptables Übergangsrecht sowie ein Dauerrecht geschaffen wird, dass (bei entsprechender Qualifikation) ein grundsätzlich durchgängiges Laufbahnmodell unter Wahrung der Wissenschaftsfreiheit beinhaltet." "Wenn die heutigen Verhandlungen in Wien wieder keine konkreten Ergebnisse bringen sollten, werden wir in der nächsten Woche weitere Maßnahmen setzen müssen, die nicht mehr nur Informationscharakter haben werden", hieß es abschließend. (APA)