Belgrad - Albanische Extremisten haben Mittwoch Vormittag einen serbischen Polizei-Kontrollpunkt in Südserbien überfallen. Der Zwischenfall ereignete sich beim Dorf Cerevajka auf der Straße zwischen Presevo und Gnjilane im Kosovo, meldete Belgrader Sender "B- 92". Cerevajka befindet sich innerhalb der fünf Kilometer breiten Pufferzone und war bereits am Dienstag Schauplatz zehnstündiger Gefechte. Laut serbischen Polizeiquellen benutzten die Angehörigen der "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) automatische Gewehre und Handgranaten. Der Belgrader Sender meldete, dass es zunächst keine Verletzte unter den serbischen Polizisten gegeben habe. Das Mitglied des serbischen Koordinierungsausschusses für Südserbien, Milovan Coguric, stellte unterdessen für Donnerstag die Fortsetzung der serbisch-albanischen Verhandlungen über die Bewältigung der Krise in Aussicht. Laut Coguric dürften die Verhandlungen unter Vermittlung des NATO-Sonderbeauftragten Peter Feith im Dorf Lucane bei Bujanovac stattfinden. Zwei Verhandlungsdelegationen hatten sich am letzten Freitag im Stützpunkt der britischen KFOR-Truppen bei Podujevo getroffen. Die serbische Verhandlungsdelegation unter Leitung von Vizepremier Nebojsa Covic hatte zu Beginn der Verhandlungen von den Albaner- Rebellen die Freilassung von vier gekidnappten Zivilisten und zwei Soldaten als Zeichen des guten Willens gefordert. Ob es dazu vor der Fortsetzung der Verhandlungen kommen wird, war es am Mittwoch noch ungewiss. (APA)