Nikosia - Ein US-Tauchunternehmen hat auf dem Grund des Mittelmeers ein möglicherweise mehr als 2.000 Jahre altes Schiffswrack entdeckt. Es liege 3.000 Metern unter der Meeresoberfläche und damit so tief wie kein anderes bisher gefundenes Schiff, sagte David Jourdan von der Firma Nauticos. Das mit bis zu 2500 Amphoren beladene Wrack befinde sich etwa 320 Kilometer vor der Küste Zyperns. Nach Schätzungen von Archäologen sei es zwischen 300 und 200 vor Christus auf dem Weg von den griechischen Inseln nach Ägypten gesunken. Forscher wollten den Fund vor Ort untersuchen. Die US-Zeitschrift "Archaeology" schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, der Fund lasse Aufschlüsse über die damals genutzten Schiffsrouten zu. So stelle er die Theorie in Frage, dass die Seefahrer dieser Epoche immer in Küstennähe gesegelt seien und sich nicht auf die offene See hinausgewagt hätten. Zudem sei in dem Wrack eine intakter Metallkessel ausgemacht worden, in dem sich seit rund 2.000 Jahren Ablagerungen angesammelt hätten. Sie könnten Informationen über Veränderungen des Mittelmeers in den vergangenen Jahrhunderten liefern, schreibt "Archaeology". Jourdan sagte, das Wrack sei bereits Anfang 1999 entdeckt worden, als seine Firma nach den Überresten des vermissten israelischen U-Bootes "Dakar" suchte. Die Entdeckung und das dabei entstandene Video habe man erst veröffentlichen wollen, nachdem die Suche nach der inzwischen gefundenen "Dakar" abgeschlossen gewesen sei. Archäologen gingen davon aus, das Alter des Wracks auf etwa 40 Jahre genau bestimmen zu können. Jourdan sagte, er vermute in seiner Nähe noch weitere gesunkene Schiffe. (APA/Reuters)