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Wien - "Die Wiener haben bei den Wahlen gegen die Regierung protestiert und gegen Antisemitismus Stellung bezogen". Dies erklärte die Leiterin der Europäischen Beobachtungsstelle von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Beate Winkler, Mittwoch Abend bei einem Vortrag in Wien. Haiders Aussage gegenüber dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant bezeichnete Winkler als antisemitisch. So gebe es klare Kriterien, ob eine Aussage antisemitisch zu werten sei. Ein Element des Antisemitismus sei der Vorwurf der internationalen Verschwörung der Juden. (Haiders sprach von der Ostküste, Anm.). Ein weiteres Element sei der Vorwurf krimineller Handlungen. Als drittes Element nannte die Rassismus-Expertin die Verunglimpfung von Namen. Hintergrund ist die Aschermittwoch-Rede des Kärntner Landeshauptmanns. Haider hatte die Aussage getroffen "ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, soviel Dreck am Stecken haben kann". Über die Ergebnisse der letzten Eurobarometer-Umfrage zeigte sich Winkler besorgt. So sei zwar die Zustimmung der EU-Bürger zu kultureller Vielfalt gestiegen. Dennoch hätten 52 Prozent der Unionsbürger Angst davor, durch die Zuwanderung ihre Arbeit, ihre soziale Absicherung und Weiterbildungsmöglichkeiten zu verlieren. (APA)