Linz - Um ihre Bereitschaft auch zu "härteren Maßnahmen" zu dokumentieren, werden oberösterreichische Temelin-Gegner bereits am 3. April eine Aktion nahe der tschechischen Grenze in Wullowitz veranstalten: Mit "Atommüllfässern" als "Trommeln" und mit Feuer wird eine umfassende UVP eingefordert werden. 3. Aprol 18.30 Uhr Die Aktion ist für den 3. April um 18.30 Uhr beim Gasthaus Franzosenhof nahe dem Grenzübergang Wullowitz geplant. Initiator ist die Mühlviertler Anti-Atom-Gruppierung "Stop Temelin". Deren Sprecher Josef Neumüller am Donnerstag in einer Aussendung: "Die Bevölkerung der Grenzregion sieht sich auf Grund der mangelnden Transparenz gezwungen, sich erneut auf schärfere Maßnahmen vorzubereiten, um Temelin zu stoppen". Offener Brief an Schüssel Außerdem hat "Stop Temelin" einen offenen Brief an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel geschrieben, in dem unter anderem verlangt wird: Offenlegung sämtlicher Unterlagen Tschechiens zur UVP, Zwischenbericht über diese UVP und über deren Details sowie Bericht über sämtliche Störfälle im AKW Temelin. Keinen Rückzug auf diplomatische Höflichkeiten in Sachen Temelin darf es nach Ansicht von SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima beim heutigen Treffen zwischen der österreichischen Aussenministerin Benita Ferrero-Waldner und ihrem tschechischen Amtskollegen Jan Kavan geben. "Nach 15 Störfällen seit Beginn der nuklearen Kettenreaktion muss das grenznahe AKW heute klarerweise ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Außenministerin Ferrero-Waldner darf sich dabei nicht auf diplomatische Floskeln zurückziehen und sich mit Beschwichtigungen von Seiten ihres tschechischen Amtskollegen abspeisen lassen", forderte Sima. LH Pühringer warnt vor "Uneinigkeit" Vor "Uneinigkeit" der Atomgegner warnte am Donnerstagmittag in einer Aussendung der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (V). Er habe zwar großes Verständnis, "dass es manchen reicht, dass ihnen der Kragen platzt und dass sie die Geduld verlieren", so Pühringer. Er bitte aber gerade jetzt, wo der Temelin-Betreiber CEZ endlich die Probleme mit der Turbine zugeben müsse, "uns nicht durch Uneinigkeit zu schwächen". Es sei bedauerlich, dass die Plattform gegen Atomgefahren ihren Ausstieg aus dem Melker Abkommen - was die UVP betrifft - nicht mit der "Temelin-Runde" koordiniert habe. Dies Temelin-Runde unter seinem Vorsitz, der auch alle Parteien angehören, habe sich bewährt, so der Landeshauptmann, der hinzu fügte: "Ich appelliere daher nochmals an alle, die oberösterreichische Anti-Temelin-Front nicht zu verlassen". Ein vorzeitiges Aussteigen aus dem "Melk-Prozess" komme für ihn nicht in Frage, "um nicht den AKW-Befürwortern das Argument der Dialogverweigerung in die Hände zu spielen", betonte Pühringer. (APA)