Hamburg - "Bedeutet das Wiener Debakel Jörg Haiders den Anfang vom Ende des Albtraums, der sich in Europa seit mehr als einem Jahr mit seinem Namen verbindet?", fragt die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer neuesten Ausgabe. Die FPÖ-Verluste bei den Landtagswahlen in Wien könnten mehr sein als "eine Abstrafung der Rechtspartei für die sozialen Grausamkeiten", für die sie als Koalitionspartner auf Bundesebene Mitverantwortung trage. Denn in Wien habe sich "Haider selbst wie ein Spitzenkandidat in den Wahlkampf geworfen, mit eigenen Plakaten und mit weltweit registrierten antisemitischen Sprüchen. Dieser neue Tabubruch schien Haiders Trumpf. Alles hat er darauf gesetzt." "Es ist, als sei der Trotz, den im Vorjahr die EU-Sanktionen gegen die Regierung im Volk ausgelöst hatten, endlich in Überdruss über Haiders notorische Provokationspolitik umgeschlagen: Jetzt reicht's, sagt die Mehrheit. Abfuhr für die FPÖ, Absage an Schüssels ÖVP - das Schweigen des Kanzlers zu Haider wurde gerade in Wiens liberal-bürgerlichem Milieu kritisiert -, Votum für Rot-Grün (...) Die Demokratie hat sich als Korrektiv wieder ein klein wenig bewährt..." (APA)