Wien - Der im Segment für kleinere und mittlere Unternehmen an der Frankfurter Börse gelistete burgenländische Kunststoffverarbeiter Röhrig High Tech Plastics (HTP) übernimmt von der Androsch Industriegruppe den AT & S Formenbau in Fohnsdorf zu einem nicht genannten Kaufpreis. Im Gegenzug werden sich Hannes Androsch und sein Mitgesellschafter Willi Dörflinger über eine Kapitalerhöhung mit einer Sperrminorität an den Burgenländern beteiligen. Die Kapitalerhöhung wird vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung am 17. April unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre durchgeführt. Derzeit hält Haupteigentümer Ernst Hoffmann rund zwei Drittel der Aktien, der Rest ist Streubesitz. Nach der Kapitalerhöhung, bei der sich die Stückzahl von 4,5 auf 5,5 Millionen erhöhen wird, soll Hoffmanns Anteil auf 46 Prozent sinken. Die Kapitalerhöhung soll Liquidität für die weitere Expansion der Burgenländer schaffen, die Kunststoffteile für die Unterhaltungselektronik und die Automobil- und Konsumgüterindustrie produzieren und noch heuer zwei Akquisitionen in Deutschland planen, wobei Know-how zugekauft wird. Die AT & S Formenbau wurde gesellschaftsrechtlich beim Börsengang von der AT & S Leiterplatten abgetrennt. Androsch und Dörflinger, beide Ehrenbürger von Fohnsdorf, wollen mit der Angliederung des Eumig-Nachfolgebetriebs den Standort nachhaltig absichern. Synergien und Ausbaumöglichkeiten ergeben sich für das nunmehr zusammengeführte Unternehmen in der Herstellung von Flugzeugbauteilen, als Zulieferer für die zur Salinen-Gruppe gehörende FACC in Ried und im Spritzgussbereich. Die bei AT & S eingemietete RKW Spritzgusstechnik in Fohnsdorf, die 250 Mio. S umsetzt, soll ebenfalls erworben werden.

Bis 2004 soll der Umsatz auf rund zwei Milliarden Schilling verdoppelt werden. Investitionen von je 100 Mio. S in Neudörfl und Fohnsdorf werden 100 neue Arbeitsplätze schaffen. (ha, DER STANDARD, Printausgabe 31.3.2001)