Jakarta - In der indonesischen Unruheprovinz Aceh im Norden von Sumatra sind drei Mitglieder einer Kommission zur Überwachung des Waffenstillstands zwischen Armee und Separatisten erschossen worden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschuldigte am Freitag Soldaten der Regierungstruppen, die aus Aceh stammenden Männer nach ihrer Vernehmung auf einer Polizeiwache umgebracht zu haben. Dies wurde von der Polizei zurückgewiesen. Die Vermittler waren am Donnerstag verhört worden, nachdem sie Angehörigen der Elite-Einheit "Brimob" die Vergewaltigung von fünf Frauen vorgeworfen hatten. Die Kommission war im vergangenen Jahr aus Vertretern von Polizei und Armee auf der einen und der Bewegung "Freies Aceh" auf der anderen Seite gebildet worden. Der Leiter der Menschenrechtsvereinigung von Aceh, Maimul Fidar, erklärte, das Auto der Opfer sei eindeutig mit den Kennzeichen der Kommission markiert gewesen. Human Rights Watch rief die Regierungen in aller Welt auf, den Druck auf Indonesien zu erhöhen, damit ein unabhängiges Gremium zur Untersuchung von solchen Verbrechen in Aceh geschaffen wird. Die Bewegung Freies Aceh kämpft seit 25 Jahren für die Unabhängigkeit der rohstoffreichen Region im äußersten Nordwesten von Indonesien. Der Aufstand in dem ehemaligen Sultanat und das massive Vorgehen der indonesischen Armee haben mindestens 6.000 Menschen das Leben gekostet. (APA/AP/dpa)