Gaza - Die israelische Armee hat am Donnerstag das Hauptquartier der palästinensischen Sicherheitskräfte im Zentrum von Gaza mit schwerer Munition beschossen. Nach Angaben der palästinensischen Sicherheitskräfte schoss die Armee vermutlich mehrere Raketen auf drei Gebäude ab, in denen auch die Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat ihren Sitz hat. Die Raketen seien aus Richtung des Kibbuz Nahal Os gekommen, der sich außerhalb des Gazastreifens in Höhe der Stadt Gaza befindet. Bei dem Angriff wurden nach Angaben palästinensischer Ärzte mindestens fünf Palästinenser verletzt. Die israelische Armee wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Von dem Gelände stieg schwarzer Rauch auf. Krankenwagen und Fahrzeuge der Feuerwehr seien vorgefahren, hieß es. Palästinenser: "Sofortiger Waffenstillstand" Die Palästinenser sind nach Aussagen von Präsident Yasser Arafat zu einem sofortigen Waffenstillstand und neuen Friedensverhandlungen bereit, wenn Israel auf der Grundlage der jüngsten ägyptisch-jordanischen Vermittlungsvorschläge einen Baustopp für jüdische Siedlungen in den besetzten Gebieten erklärt. Dies sagte Arafat am Donnerstag dem israelischen Ex-Justizminister Yossi Beilin (Arbeiterpartei) und Abgeordneten der linksliberalen israelischen Meretz-Opposition. Arafat drängte zur Rückkehr an den Verhandlungstisch, "weil beide Seiten (angesichts des fortgesetzten blutigen Konflikts) einen zu hohen Preis zahlen müssen". Israels Linke bildet "Koalition für den Frieden" In einer "Koalition für den Frieden" haben sich linke Oppositionsabgeordnete und führende Vertreter der mitregierenden Arbeiterpartei zusammengeschlossen. Sie veröffentlichten am Mittwochabend einen Appell zum vollständigen Stopp des Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten. Gleichzeitig fordern sie neue Verhandlungen mit den Palästinensern "auf der Basis der ägyptisch-jordanischen Friedensinitiative". Der ägyptisch-jordanische Vorschlag sieht als vertrauensbildende Maßnahme einen totalen Baustopp für jüdische Siedlungen, die Aufhebung der israelischen Blockaden und die Wiederaufnahme israelisch-palästinensischer Verhandlungen über einen endgültigen Friedensvertrag vor. (APA/dpa/AP)