Bonn - Die Deutsche Telekom ist beim Versuch zunächst gescheitert, über ein neues Tarifmodell ihre Minutenpreise bei Ferngesprächen drastisch zu senken. Wie ein Konzernsprecher am Donnerstagabend in Bonn bestätigte, zog das Unternehmen einen Antrag bei der zuständigen Regulierungsbehörde zurück, nachdem die Behörde signalisierte, dass das Vorhaben "so nicht genehmigt werden würde". Mehr als 60 Prozent Mit dem Plan sollten demnach die Minutentarife des Marktführers um teilweise mehr als 60 Prozent gesenkt werden. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag sollten die Kunden bei dem neuen Angebot eine monatlich fünf Mark höhere Grundgebühr zahlen; anschließend sollten sie für Verbindungen innerhalb Deutschlands tagsüber nur noch zwölf statt bisher 36 Pfennig je Minute zahlen. Der Telekom-Sprecher beklagte, es sei "schade, dass man in Deutschland den Kunden nicht den Preis anbieten darf, den man rechnerisch anbieten könnte". Durch die Haltung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post sei der Ex-Monopolist "zu höheren Preisen verpflichtet". Bei der zurückgezogenen Offerte habe es aber sich nicht etwa um Preisdumping gehandelt, sagte der Konzernsprecher weiter: "Wir würden keinen Antrag einreichen, der unter den Eigenkosten liegt." "Dumpingangebot" Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hatte die Regulierungsbehörde das Telekom-Tarifmodell als "Dumpingangebot" zurückgewiesen. Ein Sprecher der Regulierungsbehörde sagte, die Behörde habe in letzter Zeit keinen Antrag formal abgelehnt. Das Thema "Dumping" werde die Behörde aber "mit Sicherheit noch weiter beschäftigen". Bei der Regulierungsbehörde auf Ablehnung stieß dem Bericht zufolge vor allem der Minutentarif von drei Pfennig, der laut interner Telekom-Planung möglicherweise auch schon ab 18:00 Uhr gelten sollte. Die Regulierungsbehörde habe das neue Tarifgefüge aber zunächst als Dumping bewertet, weshalb die Telekom den Antrag zurückgezogen habe. Laut Telekommunikationsgesetz darf das Unternehmen seinen Endkunden keine Preise gewähren, die unter seinen tatsächlichen Kosten liegen. Dadurch soll verhindert werden, dass der weiterhin marktmächtige Ex-Monopolist seine Konkurrenten verdrängt.(APA)