Luxemburg - Die Finanzminister der Eurogruppe haben bei ihrem Treffen in Luxemburg am Montagabend offene Rufe nach einer Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Gunsten des Euro vermieden. Der Vorsitzende der Eurogruppe, der belgische Finanzminister Didier Reynders, sagte zu Beginn der Beratungen lediglich, Interventionen seien ein Instrument. Österreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) sagte, er sehe keine aktuelle Veranlassung für eine Intervention. Der Euro hat nach Auffassung von Grasser Aufwärtspotenzial, wenn die Länder der Eurozone ihre Finanz- und Wirtschaftspolitik wirklich besser zusammenführten. Notwendig seien strukturelle Reformen. So führten etwa die USA die geringe Flexibilität der Arbeitsmärkte in der Eurozone als Schwachpunkt an. Andere Beispiele seien die Finanzmärkte und die Netzwerkindustrien, zu deren Gunsten Reformen notwendig seien. Wenn in diesen Bereichen Fortschritte erreicht würden, helfe dies auch der Glaubwürdigkeit des Euro. Grasser verwies zu Gunsten des Euro auch auf die guten Wachstumsaussichten für dieses Jahr. Kritik an Abwesenheit von EZB-Chef Duisenberg Unter den Finanzministern der Eurogruppe ist erneut Kritik an der Abwesenheit von EZB-Chef Wim Duisenberg bei ihren Beratungen am Montag in Luxemburg laut geworden. Der Vorsitzende der Eurogruppe, der belgische Finanzminister Didier Reynders, sagte er bedauere, dass Duisenberg nicht teilgenommen habe. Die Eurogruppe hoffe, künftig wieder mit Duisenberg diskutieren zu können. "Aber gestern war er nicht da - und das war nicht das erste Mal." Reynders hatte bereits im Herbst Kritik an Duisenberg geübt, als dieser einen Aufenthalt in Kanada der Teilnahme am informellen Treffen der EU-Finanzminister in Versailles vorgezogen hatte. Zudem hatte Reynders eine Debatte über das Ende der Amtszeit Duisenbergs angestoßen(APA/Reuters/vwd)