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Wien - Forscher von der Washington University in St. Louis haben die Gehirnaktivität einiger Freiwilliger unter sauerstoffarmen Bedingungen getestet. Die Probanden, die ihre Tests unter Sauerstoffbedingungen brauchten nicht mehr Sauerstoff als die Kontrollpersonen. Erwartet hatten die Forscher, dass die Testpersonen einen dramatischen Anstieg ihres Sauerstoffbedarfs zeigen würden. Anscheinend kann das Gehirn sogar wenn es teilweise des Sauerstoffs beraubt wird, noch für sich selbst sorgen. Mit diesem neuen Wissen gewappnet, testeten die Wissenschafter einige mathematische Modelle des cerebralen Blutflusses erneut. Die Modelle nahmen an, dass der Sauerstoff aus dem Blut zwar ins Gehirngewebe diffundiert, aber niemals wieder zurück ins Blut wandert. Aber Mintun und seine Kollegen ließen diese Annahme nicht in ihre Berechnungen einfließen, sondern ließen sich das Modell eigenständig entwickeln, ohne es von vornherein einzuschränken. Das schien der kritische Faktor gewesen zu sein. Denn eine beträchtliche Menge wanderte durchaus vor und zurück und kreierte so einen dynamischen Puffer. Wenn das Gehirn mehr Sauerstoff benötigt, greift es einfach diese Reserve an. Als Aufbewahrungsort bieten sich die vielen kleinsten Blutgefäße an, von denen der Mensch mehr besitzt, als er eigentlich braucht. (red)