Luxemburg - Das Wirtschaftswachstum der Eurozone wird sich stärker als erwartet verlangsamen, so EU-Kommissar Pedro Solbes am Dienstag in Luxemburg vor der Presse. Die EU-Kommission sehe außerdem Anzeichen für ein erneutes Nachlassen der Konjunkturdynamik in den USA, sagte Solbes. Dennoch sei das kein Grund, die Frühjahrsprognosen deutlich zu verändern. Man habe "realistisches Vertrauen" in die Wirtschaftsentwicklung, so Belgiens Finanzminister Didier Reynders, derzeit Vorsitzender der Euro-Gruppe. Der Realismus liege darin, dass die kurzfristige Entwicklung wegen der Entwicklung in den USA und Japan und mit dem Ölpreis "weniger robust" sein werde als angenommen. Mittelfristig seien die Wachstumsaussichten hingegen weiter gut. EU-Kommissar Pedro Solbes sagte, das Wachstum der Eurozone werde "nahe bei" dem Wachstumspotenzial bleiben. Die EU-Kommission hatte ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone im vergangenen April gesenkt. In ihrer Frühjahrsprognose ging die EU-Kommission für die zwölf Euro- Länder nur noch von einem durchschnittlichen Wachstum von 2,8 Prozent in diesem und 2,9 Prozent im kommenden Jahr aus. Im Herbst hatte sie für 2001 noch 3,2 Prozent vorausgesagt. Für die deutsche Wirtschaft erwartet die Kommission mit 2,2 (Herbst: 2,8) Prozent das schwächste Wachstum in der Euro-Zone. (Reuters)