Los Angeles - Die zu drei großen Musikkonzernen gehörende Online-Plattform MusicNet sowie die RealNetworks Inc. haben am Dienstag eine Kooperationsvereinbarung mit der Internet-Musiktauschbörse Napster geschlossen. Damit wird Napster Vertriebspartner der Musikkonzerne Warner Music, EMI und Bertelsmann Music Group (BMG). Napster werde neben AOL und RealNetworks der dritte Vertriebspartner für MusicNet, sagte dessen Direktor Rob Glaser in Los Angeles. Napster soll noch in diesem Sommer in einen kostenpflichtigen Service umgewandelt werden. Mit der Vereinbarung werden über Napster Hits von Künstlern wie Whitney Houston, den Spice Girls und Madonna zu bekommen sein, ohne dass deren Urheberrechte verletzt werden. Die drei großen Musikkonzerne hatten Napster verklagt, weil es mit dem kostenlosen Tausch von Musik über das Internet die Urheberrechte verletzt habe. Bertelsmann war bereits im Herbst aus der Reihe der gegen Napster klagenden Unternehmen ausgeschert und hatte eine strategische Allianz mit der kalifornischen Start-Up-Firma vereinbart. Bertelsmann will Napster in einen Abonnements-Service umwandeln und geht davon aus, dass die Mehrheit der mehr als 70 Millionen Napster-Nutzer für Musik aus dem Internet bezahlen wird. Die vor zwei Jahren gegründete Tauschbörse hat einen Strategiewechsel bei den Musikkonzernen ausgelöst, die sich jetzt verstärkt um den Online-Vertrieb von Musik bemühen. Die meisten Konzerne konzentrieren sich bei ihren Akquisitionen und Kooperationen dabei auf Technologien, mit denen Musikdateien heruntergeladen und im Computer gespeichert oder mit der Streaming-Technologie einmal abgespielt werden können. (APA/Reuters)