London - Neue schwere Rassenkrawalle haben in der nordenglischen Stadt Leeds in der Nacht auf Mittwoch zu schweren Zerstörungen geführt. Etwa 300 vorwiegend aus Bangladesch stammende Jugendliche lieferten sich mit der Polizei mehrstündige Straßenschlachten. Nach Angaben der Polizei und von Augenzeugen warfen sie Brandsätze und zündeten 25 Autos an. Auch Geschäfte und Wohnhäuser wurden beschädigt. Nach einer vorläufigen Bilanz der Exekutive wurden zwei Polizisten verletzt. Auch zwei Journalisten und ein weiterer Mann erlitten nach Beobachtungen von Augenzeugen Verletzungen. Vier Jugendliche wurden festgenommen, mit weiteren Festnahmen sei zu rechnen. Die Unruhen seien offenbar geplant gewesen. Sie hätten begonnen, nachdem die Polizei in einem Vorort von Leeds zur Untersuchung eines Anschlages mit einem Brandsatz gerufen worden sei, dabei aber nichts gefunden habe. Ungewöhnlich brutal Augenzeugen zufolge entzündeten sich die Krawalle an der ungewöhnlich brutalen Festnahme eines aus Bangladesch stammenden Mannes am Wochenende. Die Jugendlichen hätten Straßensperren in Brand gesetzt. Außerdem hätten sie Autos gestohlen und angezündet. "Sie rollten die Autos den Hügel hinab auf Polizisten, die versuchten, die Unruhen zu beenden", berichtete ein Polizist. Augenzeugen berichteten, sie seien überzeugt, an den Unruhen in Leeds seien auch Jugendliche beteiligt gewesen, die vor einer Woche in dem nur 65 Kilometer entfernten Oldham randaliert hätten. Dort hatten sich Jugendliche und Polizisten drei Nächte lang Straßenschlachten geliefert. Zuvor waren Auseinandersetzungen zwischen weißen und asiatischen Gruppen ausgebrochen. Die Krawalle in Oldham waren die schwersten Unruhen mit rassischem Hintergrund seit einem Jahrzehnt und wurden zu einem wichtigen Thema im Wahlkampf für die Unterhauswahl am Donnerstag. (APA/Reuters/dpa)