Berlin - Das auf biometrische Sicherungsmethoden spezialisierte Unternehmen Identalink verschlüsselt und entschlüsselt E-Mails mit einem Bild des Benutzers. Anstatt die E-Mail mit Losungswörtern zu sichern, genügt bei FaceMail eine normale Webcam zur Sicherung der elektronischen Post. Für die Übertragung benötigen allerdings beide Partner die Software. Die Version FaceMail 1.4 ist seit Anfang Juni verfügbar. Bei FaceMail legen beide E-Mail-Partner ein Bild von ihrem Gesicht auf dem Server von Identalink ab oder senden sich die Bilder gegenseitig zu. Aus den Bildern wird danach mit einem eigenen Logarithmus ein Schlüsselpaar erstellt. Nach Fertigstellen der E-Mail klickt der Absender einfach auf das Foto des Empfängers. FaceMail verschlüsselt daraufhin selbstständig die Nachricht mit einem 1024-Bit-Schlüssel. Damit der Empfänger die E-Mail öffnen kann, muss FaceMail sein Gesicht zuerst mit Hilfe der Webcam erkennen. "Das geht nur mit einem Live-Image", erklärte Vertriebsleiter Jörg Flintrop. Das System hält dazu unter anderem immer nach kleinen Veränderungen im Gesicht des Empfängers Ausschau und misst die Tiefe des Bildes. Im Moment wird FaceMail von Identalink für einen Jahresbeitrag von 30 Euro angeboten. Das Programm läuft auf dem Betriebssystem Windows 98 oder höher und unterstützt jede gängige E-Mail-Software. FaceMail kann als Shareware herunter geladen werden. Neben der Verschlüsselung von E-Mails kann FaceMail in Zukunft auch für die Zugangssicherung zum PC genutzt werden. Die Version mit Log-in-Sicherung für PCs mit Windows 2000 oder höher wird in wenigen Wochen verfügbar sein. Zurzeit arbeitet Identalink auch einer betriebssystem-unabhängigen Netzwerkversion für Unternehmen, die als Lizenzsoftware angeboten werden soll. Bei der Enterprise genannten Version liegen die biometrischen Daten auch auf dem unternehmenseigenen Server. "Damit kann der gesamte Zugang zum Netzwerk eines Unternehmens mit Webcams gesichert werden", so Flintrop. Enterprise wird in den kommenden Monaten auf den Markt kommen. (pte)