Wien - Sozialminister Herbert Haupt (F) hat im Nationalrat in Aussicht gestellt, dass es nach erfolgter Budgetsanierung zu einer Ausweitung der Kriegsgefangenenentschädigung auch für Gefangene der westlichen Alliierten kommen werde. Vorerst sei diese Leistung aber auf Gefangene in osteuropäischen Ländern beschränkt worden, weil diese Gefangenschaft in der Regel länger als nach dem Völkerrecht vorgesehen gedauert habe und die Arbeitsleistung in österreichische Reparationsleistungen eingerechnet worden sei. Beschlossen wurde eine Erweiterung der Rente für Witwen von schwergeschädigten Kriegsopfern und Heeresgeschädigten, die ein Pflegegeld oder eine sonstige pflegebezogene Leistung erhalten haben. Eine Ausweitung der Kriegsgefangenenentschädigung auch auf Gefangene der Westalliierten und auf Kriegsgefangene nach dem Ersten Weltkrieg war vom SPÖ-Abgeordneten Helmut Dietachmayr per Antrag gefordert worden. Haupt verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass auch an ihn Forderungen nach einer Ausweitung herangetragen worden seien. Gleichzeitig sei dabei aber auch anerkannt worden, dass in dieser Sache erst die jetzige Bundesregierung überhaupt tätig geworden sei. Grüne stimmten trotz Kritik zu Trotz grundsätzlicher Kritik am Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz haben letztlich auch die Grünen der Ausweitung der Witwenrenten zugestimmt. Der Abg. Karl Öllinger forderte erneut, dass Kriegsverbrecher ausdrücklich von Leistungen ausgenommen werden sollten. Zudem sei es bezeichnend, dass im Opferfürsorgegesetz Personen, die in der NS-Zeit aus sexuellen Gründen oder als Asoziale verfolgt worden sind, nicht berücksichtigt seien. Neben der Erweiterung der Witwenrenten wurde auch eine Umbenennung des "Kriegsopferfonds" in einen "Kriegsopfer- und Behindertenfonds" beschlossen. Dieser Fonds wird damit u.a. für Leistungsbezieher nach dem Impfschadensgesetz und dem Verbrechensopfergesetz geöffnet. Weiters wurden zwei Gesetze, mit denen die Umstellung auf Euro im Sozialversicherungs-, Familienlastenausgleichs- und Seniorengesetz erfolgt, verabschiedet. (APA)