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Frankfurt/Main - Der Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der die renommierte Auszeichnung verleiht, am Donnerstag in Frankfurt mit. Zur Begründung hieß es, Habermas habe mit seiner Gesellschaftstheorie die Tradition kritischer Aufklärung fortgeführt und "Freiheit und Gerechtigkeit als die Grundlagen in Erinnerung gebracht, (...) die den unaufgebbaren Kern des demokratischen Gemeinwesens ausmachen". Habermas nimmt den mit 25.000 Mark (175.888 S) dotierten Preis während der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober in der Paulskirche entgegen. Habermas ist der 52. Träger des Friedenspreises. Der Börsenverein ehre ihn als "den Zeitgenossen, der den Weg der Bundesrepublik ebenso kritisch wie engagiert begleitete, der mehr als einer Generation die Stichworte zur geistigen Situation der Zeit vermittelte und der von einer weltweiten Leserschaft als der prägende deutsche Philosoph der Epoche wahrgenommen wird", hieß es in der Begründung weiter. Habermas habe weit über sein Fach hinaus Wirkung erzielt. Im April hatte Habermas auf einer Vortragsreise in China mit Plädoyers für die Unteilbarkeit der Menschenrechte die Hörsäle gefüllt. Der Preisträger selbst war am Donnerstag nicht zu erreichen. Er reist durch die USA. In Boston sollte er nach Angaben des Suhrkamp Verlags die Ehrendoktorwürde der Harvard University entgegennehmen. Der 71-Jährige gilt als der am meisten beachtete deutsche Philosoph der Gegenwart. Er ist der letzte prominente Vertreter der berühmten "Frankfurter Schule" von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. In den vergangenen Jahren erregte er mit seinen Überlegungen zu einer postnationalen Politik Aufmerksamkeit. Darin beschrieb er den Bedeutungsverlust nationaler Regierungen im Zeitalter der Globalisierung. (APA/dpa)