Wien - Die italienische Polizei hat mit ihrer Razzia beim 84. Giro d´Italia in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Gesetze in ihrem Land voll ausgenutzt. Italien hat die strengsten Anti-Doping-Gesetze Europas. Auf Grundlage des im Vorjahr verabschiedeten Gesetzes werden dort nicht nur Doping-Dealer mit bis zu sechs Jahren Gefängnis bestraft, sondern auch gedopte Sportler mit bis zu drei Jahren. Ähnlich strenge Bestimmungen gibt es nur noch in Frankreich. In Österreich sind die gesetzlichen Bestimmungen bei weitem nicht so scharf. Ein Vorfall wie beim Giro ist daher bei der Bank Austria-Tour undenkbar. Dopingkontrollen werden während der Österreich-Rundfahrt natürlich dennoch durchgeführt. Laut Bestimmungen des Weltverbandes (UCI) kommt ein internationaler Kommissar, diesmal aus der Schweiz, und führt gemeinsam mit dem vom Anti-Doping-Komitee entsandten österreichischen Anti-Doping-Arzt jeden Tag nach den Etappen Kontrollen in Form von Urintests durch. Es werden jeweils der Etappensieger, der Träger des Gelben Trikots sowie zwei bis drei ausgeloste Fahrer zum Test gebeten. Zusätzlich könnten auch Bluttests zur Kontrolle des Hämatokritwertes durchgeführt werden. (APA)