Chicago - Eine Ergänzung zu herkömmlichen Hörgeräten, entwickelt von Bernard Widrow, Professor für Elektroingenieurwesen an der Stanford University , ermöglicht Menschen mit schweren Hörschäden wieder ein beinahe normales Leben. Das Bumerang-förmige Gerät namens "D-HEAR" wird um den Hals getragen und ermöglicht nicht nur das Richtungshören, sondern es verbessert auch die Spracherkennung der Betroffenen deutlich. In das Gerät, dessen neueste Version Widrow auf dem Kongress der Acoustical Society of America in Chicago präsentiert wurde, sind sechs Mikrofone und ein Signalprozessor eingearbeitet. Es verarbeitet die eingefangene Information und leitet sie an das Hörgerät im Ohr weiter. Damit ist es in der Lage, auch auf einer Party das gleichzeitige Stimmengewirr aller Gäste auszublenden und gezielt nur die Stimmen Einzelner zu verstärken. Der Prototyp des Gerätes hatte in einer ersten Studie im Jahr 1999 bereits erstaunliche Erfolge gezeigt: Alle neun schwer hörgeschädigten Patienten hatten mit Hilfe des Gerätes deutlich mehr Worte verstehen können als nur mit einem Hörgerät allein. Zum Teil machte dies den Unterschied zwischen 25 Prozent und 95 Prozent aller Worte aus. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hörgeräten und Verstärkern, bei denen nur ein Mikrofon die Umgebungsgeräusche aufnimmt, wird Lärm durch D-HEAR eher ausgeblendet, während interessantes Gespräch verstärkt wird. Die Mikrofone im Gerät sind so angeordnet, dass die Träger der Kette ein "Hörfeld" von 60 Grad vor sich nutzen. Drehen sie ihren Körper in die Richtung des Interesses, so bestimmen sie dadurch die Wichtigkeit der Töne. Der Signalprozessor verarbeitet die Signale der verschiedenen Mikrofone und verstärkt gezielt das gewünschte Signal, während er Echos und anderen Umgebungslärm reduziert. Drahtlos gelangt das optimierte Signal über das Halsband in die Magnetspule des Hörgerätes im Ohr. (pte)