Kathmandu - Die Aufklärung des Massakers im nepalesischen Königshaus wird sich um vier Tage verzögern. Die beiden vom neuen König Gyanendra eingesetzten Ermittler, die ihren Bericht ursprünglich am heutigen Sonntag abgeben sollten, beantragten eine Verlängerung der Frist bis Donnerstag. Gyanendra stimmte laut einem Bericht von Radio Nepal dem Antrag zu. Die Regierung warnte die Bevölkerung unterdessen eindringlich vor Protesten. Die Ermittler, Keshav Prasad Upadhaya vom Obersten Gericht und Parlamentspräsident Taranath Ranabhat, befragten bis in die Nacht zum Sonntag vier Überlebende des Massakers und arbeiteten sich durch medizinische Gutachten. Am Sonntag Früh setzten sie ihre Untersuchung im Sekretariat des Parlaments fort. Gyanendra, der jüngere Bruder des ermordeten Königs Birendra, hat der aufgebrachten Bevölkerung Aufklärung der Tat versprochen, für die Kronprinz Dipendra verantwortlich gemacht wird. Insgesamt fielen dem Blutbad zehn Mitglieder der Königsfamilie zum Opfer, neben König Birendra auch Königin Aiswarya und Dipendra selbst, der sich nach dem Massaker laut offizieller Darstellung selbst tötete. Dipendra soll Streit mit den Eltern gehabt haben, weil diese seine Freundin ablehnten. Trauerwoche zu Ende In den Tagen nach der Tat war es zu Unruhen gekommen, in deren Verlauf zwei Menschen getötet wurden. Viele Nepalesen hegen den Verdacht, dass Gyanendra in die Tat verwickelt sein könnte, oder dessen unbeliebter Sohn Paras, der das Blutbad unverletzt überstand. Die einwöchige offizielle Trauerperiode ging in der Nacht zum Samstag zu Ende, viele Geschäfte und Restaurants öffneten wieder. Aber auch am Wochenende versammelten sich Trauernde vor dem Palast. Die Regierung warnte die Bevölkerung unterdessen vor Protesten gegen die Monarchie. Kein Bürger könne Immunität erwarten, wenn er gegen die Souveränität und Integrität des Staates handle, hieß es in einer Erklärung. Am Mittwoch waren drei Leiter der größten Tageszeitung des Landes, "Kantipur Daily", festgenommen worden, weil sie einen Artikel des Anführers der maoistischen Rebellen veröffentlicht hatten. (APA/AP)