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Foto: APA/Europol
Hamburg/Den Haag - Die europäische Polizeibehörde Europol mit Sitz in Den Haag hat einem Medienbericht zufolge ihren ersten Skandal. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins "Der Spiegel" verhaftete die niederländische Polizei in dieser Woche den EDV-Abteilungsleiter der Behörde, den Franzosen Nicolas Pougnet, vorläufig. Dem hohen Beamten wird schwerer Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Eine amtsinterne Untersuchung habe ergeben, dass von Geldern für neue Computersysteme laut Europol offenbar mindestens 250.000 Mark (127.823 Euro/1,76 Mill. S) auf Privatkonten im Ausland abgezweigt wurden. Der EDV-Experte, dessen Immunität inzwischen aufgehoben wurde, hatte den Angaben zufolge auch Kontakt zum deutschen Bundesnachrichtendienst (BND). Europol bestätigte am Samstag in Den Haag die Verhaftung, nannte aber keinen Namen oder Einzelheiten. Gegen den Mann sei auch ein internes Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Der Management-Ausschuss von Europol habe eine Verstärkung der internen Kontrollen bei der Behörde beschlossen. Der Skandal komme der Europol-Führung höchst ungelegen, da sie ihre Zuständigkeiten weiter ausdehnen möchte, berichtete der "Spiegel". Nach Vorstellungen einiger EU-Mitgliedstaaten soll Europol zu einem europäischen FBI ausgebaut werden. (APA/dpa)