Berlin - Das Berliner Pergamonmuseum gibt Fragmente des griechischen Tempels "Philippeion" als Dauerleihgabe an Griechenland. Dabei verzichtet das Museum aber nicht auf das Eigentumsrecht. Das wurde am Freitag nach einem Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Kostas Simitis auf der Museumsinsel in Berlin vereinbart, teilte der Direktor der Antikenabteilung, Wolf-Dieter Heilmeyer, mit. In Olympia wird von deutschen Archäologen das Philippeion rekonstruiert. Im Gegenzug erhält Berlin als befristete Leihgabe Teile aus olympischen Funden. Griechenlands Kulturminister Evangelos Venizelos wertete den Beschluss am Freitagabend in Athen als "bedeutungsvoll". "Damit wird eine Nachricht für die Rückkehr antiker Gegenstände an ihren Ursprungsort an alle gerichtet", erklärte der Minister. Die Tempelfragmente befänden sich seit mehr als 100 Jahren in Berlin, "absolut rechtlich abgesichert, wie der griechische Ministerpräsident nochmal ausdrücklich betont hat", sagte Heilmeyer. Die Fragmente seien 1882 nach Ausgrabungen deutscher Archäologen als Proben nach Berlin gegeben worden und lagerten zuletzt in Magazinen. Berlin erhalte aus Olympia eine Reihe von Funden aus der so genannten Werkstatt des Phidias, des größten Bildhauers Athens im 5. Jahrhundert vor Christus, der den Parthenon mit Skulpturen geschmückt hat. Dessen Werkstatt wurde vor Jahren von deutschen Archäologen ausgegraben. Die Funde befinden sich im Museum von Olympia. Man werde von jetzt an im regelmäßigen Wechsel mit dem olympischen Museum zusammen arbeiten und Leihgaben austauschen, so Heilmeyer: "Dies ist ein ganzes neues Niveau der Zusammenarbeit, das auf gegenseitigem Vertrauen beruht." (APA/dpa)