Berlin - SPD-Generalsekretär Franz Müntefering hat Berlins Regierendem Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) politisches Versagen und eine Spaltung der Hauptstadt durch die Ausgrenzung der PDS vorgeworfen. Zehn Jahre nach der Einheit müsse es möglich sein, Menschen zu respektieren und zu akzeptieren, die sich für demokratische Parteien entscheiden, sagte er Sonntag Abend im ARD-Fernsehen. Müntefering wie auch Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) sprachen sich dafür aus, in Berlin eine rot- rote Zusammenarbeit auszuprobieren. Zum Verhältnis der SPD zur PDS sagte Müntefering: "Wir respektieren sie als eine Partei, die in dieser Demokratie angekommen ist." PDS-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sagte: "Man wird die Spaltung der Stadt nur mit der PDS überwinden können." ein Zusammengehen mit der PDS auf Bundesebene schloss Müntefering kategorisch aus. Vor allem in der außen- und Sicherheitspolitik seien die Differenzen mit der SED-Nachfolgepartei nach wie vor groß.Doch bei der gegenwärtigen Debatte um eine mögliche Zusammenarbeit der SPD mit der PDS in der Hauptstadt gehe es nicht um die Bundespolitik. Der thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) zweifelte die Zusicherungen Münteferings an. Müntefering werde als SPD-Generalsekretär auch noch ein rot-rotes Bündnis auf Bundesebene verteidigen. Er glaube der SPD kein Wort, sagte Vogel. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) bescheinigte der PDS, sich intensiv mit ihrer SED-Vergangenheit auseinander zu setzen. Ihre Partei habe 1999 Vorbehalte gegen ein Zusammengehen mit der PDS in der Hauptstadt gehabt. "Ich sehe allerdings, dass sie sich müht", sagte Künast, die vor zwei Jahren Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus war. (APA/dpa/Reuters)