Polizist und Anwältin gehen miteinander ins Hotel; Polizei-Detektivin liegt mit Freundin daheim im Bett; Studentin wird überfallen und vergewaltigt. Zwischen den drei Handlungsschauplätzen wird in rascher Folge hin- und hergeschnitten, praktisch im Sekundentakt. Mit wenig Rücksicht auf Betulichkeiten startet so "Rache für meine Tochter", die Verfilmung eines der hoch erfolgreichen Krimis der ehemaligen norwegischen Justizministerin Anne Holt. Hanne Wilhelmsen heißt Holts ermittelnde Heldin, fährt schweres Motorrad, und wenn sie zu Polizeikollegen von Privatem redet, spricht sie nur neutral von "meinem Partner" - denn ihr offizielles Outing gab's noch nicht. Eine verwickelte wie großstädtisch-düstere Kriminalhandlung um eine Serie aus Vergewaltigungen und Morden, die sich erst nach und nach entfaltet, ist die Haupthandlung. Parallel dazu läuft en passant die liebevoll aufbereitete Schilderung einer privaten Verheimlichung, die einer Aufklärung harrt (nicht zuletzt aus Sicht des "Partners", einer Ärztin). Carl Jørgen Kiønig hat mit Salige er de som tørster , nach Blind gudinne seine zweite Verfilmung eines Krimis um die von Kjersti Elvik verkörperte Detektivin, ein schmissiges Stück Neo-Noir abgeliefert - und ein Oslo vermittelt, in dessen Halbdunkel eine ständig überarbeitete Polizei sich einem Wettlauf mit der im Titel angedeuteten Selbstjustiz ausgesetzt sieht.
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