Prag - Die Pause im Probebetrieb des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin, das am 4. Mai wegen anhaltenden Problemen im sekundären, nicht-atomaren Teil, vorübergehend abgeschaltet worden ist, wird offenbar länger als zwei Monate dauern, als es der Tschechischen Energiekonzern (CEZ) angekündigt hatte. Die Chefin der tschechischen Staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB), Dana Drabova, erklärte am Dienstag, dass nach dem gegenwärtigen Fahrplan die Reparaturen in Temelin Mitte Juli abgeschlossen sein sollten, wobei der CEZ die Fortsetzung des Probelaufs erst für Ende Juli plane. Probeläufe "Ob es so sein wird, hängt aber von den Ergebnissen der Inspektion unserer Behörde ab", betonte Drabova. Im Probelauf werde man noch eine ganze Reihe von Tests auf den Hochleistungs-Ebenen durchführen müssen, wobei sowohl auf die Investoren als auch auf die Lieferanten "nicht nur eine schwierige Situation wartet". Allerdings zeigte sich Drabova überzeugt, dass Temelin alle Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb erfülle. Alle bisherigen Mängel im AKW seien aus Sicht der atomaren Sicherheit "unbedeutend". Drabova erklärte weiters, die SUJB-Experten würden an der öffentlichen Anhörung zu Temelin am 26. Juni in Linz teilnehmen. Sie würden bemüht sein, die Fragen bezüglich des Schutzes vor Radioaktivität sowie des Einflusses eventueller Havarie Temelins auf die Umwelt zu beantworten, obwohl die Frage der sogenannten schweren Havarien nach der europäischen Gesetzgebung mit der Umweltverträglichkeitsprüfung nichts zu tun habe. (APA)