Wien - "Insgesamt ist das für die Position Österreichs außerordentlich schädlich." Der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ), der gemeinsam mit Ex-Außenminister Alois Mock (ÖVP) den EU-Beitritt Österreichs vorbereitet hat, lehnt ein Referendum zur EU-Erweiterung ab. "Wir haben durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ ohnehin nicht den besten Ruf. Solche Wortmeldungen müssen weitere Vorbehalte gegen Österreich hervorrufen, vor allem in den Beitrittsländern. Das macht unsere internationale Position noch unangenehmer", sagt Vranitzky am Dienstag im Gespräch mit dem Standard. Er sei außerdem "grundsätzlich der Auffassung, dass Politiker gewählt werden, um Entscheidungen zu treffen, die sie dann auch zu verantworten haben". Die Referndumsdebatte wertet Vranitzky als eine populistische Aktion des FPÖ-Altobmanns Jörg Haiders, der sich "halt wieder einmal in Szene setzen will". Die Regierung forderte er auf, "endlich das zu tun, was sie ununterbrochen ankündigt: einen breiten Dialog mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu führen". (DER STANDARD Print-Ausgabe, 13./14. 6. 2001)