Wien - Schon lange pfiffen es die Spatzen vom Dach, jetzt ist es aber wirklich fix. Wie der S TANDARD bereits berichtete, hat das Haas-Haus am Wiener Stephansplatz mit der spanischen Modekette Zara einen neuen Mieter gefunden. Das teilte Siegfried Sellitsch, Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung, gemeinsam mit der Bank Austria Eigentümer des Gebäudes, am Dienstag in einer Presseaussendung mit. Im Zuge des Relaunchs des Haas-Hauses sei es damit gelungen, ein neues Nutzungskonzept zu verwirklichen. Nach dem voraussichtlich im Sommer 2002 fertig gestellten Umbau wird Zara, mittlerweile weltweit das viertgrößte Unternehmen im Handel mit Bekleidung, auf 2200 Quadratmetern über vier Etagen einen seiner größten "Flagship-Stores" errichten. Damit teilen sich der spanische Modekonzern und Do & Co mit den Lokalen "Aioli" und "Onyx-Bar" das sechsstöckige Haus. Nur wenige Meter entfernt, in der Kärntner Straße, betreibt Zara eine 700 Quadratmeter große Filiale. Dort wird nur Damenmode verkauft. Im 1200-Quadratmeter-Shop im Kaufhaus Gerngross in der Mariahilfer Straße gibt es auch Herrenmode, im mit 2000 Quadratmetern größten Zara-Outlet in der SCS auch Kindermode. Im Haas-Haus werden voraussichtlich alle drei Linien zu finden sein. Nutzungskonzept Das Gebäude, von Hans Hollein geplant und vor einem Jahrzehnt gebaut, wurde in der Vergangenheit sukzessive von den Mietern verlassen. "Aus vierzehn mach eins", erläutert Anton Werner, Immobilienexperte der Wiener Städtischen, das neue Nutzungskonzept. Damit würden die Zugangsflächen entfallen und die Kundenströme könnten besser geleitet werden. Der befristete Mietvertrag wurde langfristig abgeschlossen, wobei die Wiener Städtische über die genaue Dauer des Vertrages oder die Höhe der Miete keine näheren Details bekannt geben wollte. Insider der Branche gehen aber davon aus, dass die vier Etagen um rund zwei Millionen Schilling im Monat vermietet werden. Laut Experten gab es in der vergangenen Zeit zwei grundlegende Probleme. Es fehlte der klassische Frequenzbringer, der die Massen primär durch seine bloße Existenz anzieht. Mit dem neuen Mieter Zara sei dieses Problem endgültig gelöst, freut sich Werner. Das zweite sei das "riesige Loch in der Mitte", wie ein ehemaliger Mieter formulierte, ummantelt hauptsächlich von Gangflächen auf einer Grundfläche von 700 Quadratmetern. Diese Gänge werden jetzt zum größten Teil in Geschäftsflächen umgewandelt. Das war nur dadurch möglich, dass ein einziger Mieter gefunden wurde. (ee/DER STANDARD, Printausgabe 13.6.2001) >