Klagenfurt - Die Affäre um das Kärntner Institut für Sportmedizin (ISM) spitzt sich zu. Sämtliche Computer, insgesamt fünf, wurden von der Landesamtsdirektion beschlagnahmt. Der Vorwurf: Verdacht auf Löschung von Daten durch den Leiter des ISM, Karl Schnabl. Oder durch dessen Mitarbeiter. Landesamtsdirektor Reinhard Sladko: "Mitarbeiter von Schnabl behaupteten, dass es Unregelmäßigkeiten gab."

Aufgrund der Angaben der ehemaligen Mitarbeiterin - sie verließ Ende Mai das ISM und wanderte zur Konkurrenz ab - erließ das Büro von Landeshauptmann Jörg Haider die Weisung an die Landesamtsdirektion. Schnabl gibt zwar zu, dass es zu Arbeiten am Computer kam, jedoch spricht er von einer "Archivierung von Ergonometriekurven".

Schnabl weiß von einem Gespräch der Exmitarbeiterin mit dem Landeshauptmann. Vor allem kritisiert Schnabl die Vorgangsweise: "Man hätte das anders regeln können, indem man etwa einen EDV-Techniker in mein Institut schickt." Ohne Computer muss Schnabl die Arbeit einstellen. Die Termine von zwei ÖSV-Spitzensportlern, Christian Mayer und Rainer Schönfelder, musste er absagen. Vom ÖSV kommt harsche Kritik an den Vorgängen, weiß Schnabl. Der Verband sieht die Daten seiner Skifahrer in falschen Händen. Schnabl erzählt auch von einer Klage, die der ÖSV gegen das Land Kärnten überlegt. Derzeit werde geprüft, ob die Weitergabe der Daten rechtswidrig ist. (horn)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 13.6. 2001)