London - Der Präsident der Bank von England, Sir Eddie George, hat sich am Dienstag in die zunehmend heftiger geführte Debatte über einen möglichen Beitritt Großbritanniens zur europäischen Währungsunion eingeschaltet. Der Euro sei zurzeit zu schwach, sagte der Zentralbankchef in einem BBC-Interview. Die derzeitige Euroschwäche sei das "wirkliche Hindernis für einen frühzeitigen Euro-Beitritt". Bevor man überhaupt über einen Beitritt nachdenken könne, müsse der Euro erst einmal steigen. "Ich erwarte schon seit einiger Zeit, dass der Euro gegenüber dem Dollar steigt, aber bisher ist es nicht geschehen." Die Debatte über den Euro-Beitritt hat durch die Entlassung des eurofreundlichen Außenministers Robin Cook am vergangenen Freitag an Schärfe gewonnen. Cooks engster Berater, David Clark, griff den eher euroskeptischen Finanzminister Gordon Brown am Dienstag scharf an. Er übe einen "völlig negativen Einfluss" aus. Premierminister Tony Blair, der eigentlich für den Euro sei, wage es nicht, sich seinem mächtigen Finanzminister und der öffentlichen Meinung entgegenzustellen, kritisierte Clark. "Als jemand, der vier Jahre lang an der Europa-Politik der Regierung mitgearbeitet hat, habe ich beobachtet, dass selbst die vorsichtigsten Versuche, einige Argumente (für den Euro) an die Öffentlichkeit zu bringen, von der Führung erstickt wurden." Dafür habe die Regierung nun einen "beträchtlichen Teil der britischen Industrie" geopfert, da diese wegen des hohen Pfundkurses nicht mehr mit der Eurozone konkurrieren könne. Clark forderte einen schnellstmöglichen Beitritt Großbritanniens zur Währungsunion. Pfund schwächer Gegen nach der Rede Georges notierte der Euro gegenüber dem Pfund bei 62,07/15 Pence, was einem Pfund-Kurs von rund 3,15 Mark entspricht. Ein Pfund kostete 1,3754/61 Dollar. Analysten sagen, das Pfund sei auch nach dem Kurssturz der vergangenen Tage zum Euro noch mindestens zehn Prozent zu teuer für eine Mitgliedschaft des Landes in der Euro-Zone. Bevor das Pfund nicht von allein oder durch eine Manipulation der Regierung falle, sei ein Beitritt keine realitische Option, hieß es. (APA/dpa)