Tirana - Der albanische Staatspräsident Rexhep Meidani will Gespräche mit den albanischen Rebellen in Mazedonien nicht ausschließen. "Wichtig ist ein konkreter Dialog", sagte Meidani am Mittwoch vor österreichischen Journalisten in Tirana. "Wenn Ergebnisse ohne Vertreter dieser bewaffneten Menschen möglich sind, dann ist es gut. Wenn das aber nicht funktioniert, dann sollten die besten Köpfe dieser Gruppen herangezogen werden, um den bewaffneten Konflikt zu beenden", meinte Meidani. Die anhaltende Krise und die immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen in Mazedonien führen nach Ansicht des albanischen Präsidenten zu einer Vertiefung der Kluft der slawischen und albanischen Bevölkerung des Nachbarlandes. "Wenn die bewaffneten Aktivitäten beider Seiten weitergehen, wird sich die ethnische Spaltung vertiefen und eine Lösung immer schwieriger werden." Entscheidend sei es, eine "konkrete Lösung zu finden und nicht nur leere Worte zu machen". Keine Ahnung von multiethnische Demokratie Harte Kritik übte Meidani an der Regierung in Skopje: "Sie verstehen nicht, was eine multiethnische Demokratie ist". Ausdrücklich forderte er die Gleichberechtigung der albanischen Bevölkerungsgruppe in Mazedonien. Damit seien sowohl politische als auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Rechte gemeint. Der internationalen Gemeinschaft warf Meidani vor, auf die Krise Mazedoniens lange Zeit viel zu verhalten reagiert zu haben: "Ich hätte mir eine dynamischere und aktivere Vorgangsweise gewünscht." Die Entsendung internationaler Friedenstruppen in den Nordwesten Mazedoniens, dem Hauptschauplatz der Kämpfe zwischen der Armee und den albanischen Rebellen, schloss Meidani nicht prinzipiell aus. "Das könnte eine Möglichkeit sein", sagte er. Eine tatsächliche Lösung der Konflikte in Mazedonien sei aber nur möglich, wenn es "einen echten Standard für den Respekt der Menschenrechte und einen echten multiethnischen Staat" gebe. Unabhängigkeit des Kosovo Zur Lage im Kosovo, dessen Bevölkerung zu über 90 Prozent albanischer Volkszugehörigkeit ist, sagte Meidani, nach der Lokalwahl sei es nun wichtig, freie allgemeine Wahlen für die gesamte Provinz abzuhalten. Die künftige staatliche Zuordnung sei ein Problem, das erst langfristig zu lösen sein werde. Seiner Meinung nach werde Kosovo letztlich "nicht unter serbischem Schirm" sein. "Die Unabhängigkeit wird meiner Meinung nach die endgültige Lösung sein", sagte Meidani. Im Gegensatz zum Präsidenten zeigte sich Albaniens Ministerpräsident Ilir Meta zur Lage in Mazedonien zurückhaltend. "Die Situation ist kritisch, wir haben aber stets Extremismus und Gewalt ausdrücklich verurteilt", sagte Meta. Er forderte die Regierung in Skopje auf, "rasche und fundametale Reformen umzusetzen", um die Gleichberechtigung aller Bürger des Landes sicher zu stellen. (APA)