Wien - Nach dem Aufstieg zum weltweit größten PC-Systemanbieter plant der US-Konzern Dell neben seiner bisher einzigen europäischen Produktionsstätte in Limerick (Irland) eine zweiten Produktionsstandort in Mittel- oder Osteuropa. Österreich sei dafür ein möglicher Kandidat, erklärte Firmengründer und Dell-CEO Michael Dell, gerade auf Kurzbesuch in Wien, am Mittwoch bei einem informellen Treffen mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und US-Botschafterin Kathryn Walt Hall. Aus dem Bundeskanzleramt hieß es nach dem Treffen, man sei "erfreut, dass große internationale Konzerne Österreich in ihre Investitionsüberlegungen miteinbeziehen". Für Vorsondierungen zur Wahl eines neuen Standorts tourt Dell-Boss Michael Dell derzeit durch die europäischen Länder. Dieser Tage ist der 38-jährige Multimilliardär zu Gast in Österreich. Beim offiziellen Empfang im Wiener Palais Schwarzenberg am Dienstag erklärte Dell vor Kunden, Journalisten und Mitarbeitern, die Anfang 2001 erreichte weltweite Marktführerschaft "durch Kundenservice, führende Technologien, Design und günstigen Preisen" halten zu wollen. Top-Drei im Visier In Österreich will der US-Computerhersteller bis Ende des Jahres unter die drei größten Anbieter von PC-Systemen in Österreich. Im laufenden Quartal erwartet das Unternehmen - derzeit nach eigenen Angaben Nummer Sieben der Alpenrepublik - einen Zuwachs im dreistelligen Prozentbereich. Damit wachse man weitaus schneller als der Markt, sagte Dell-General Manager für Mitteleuropa, Mathias Schädel, am Dienstagabend in Wien. Österreich-Strategie werde es sein, auf die neuesten Technologien, günstigere Preise durch innovatives Einkaufsmanagement, aber vor allem auf stärkeres Service zu setzen. "Österreichische Unternehmen haben generell einen höheren Service-Anspruch", meint Schädel. Dell beschäftigt in Österreich 15 Mitarbeiter. Ein neuer Berater für den Bereich Server wird gerade gesucht. Service-Partnerschaften gibt es unter anderem mit IBM und Unisys. (APA)