Innsbruck - Als "große Enttäuschung" hat die Wirtschaftskammer Tirol am Mittwoch den Beschluss für eine zentrale Müllverbrennung bezeichnet. "Die Bedürfnisse der betroffenen Tiroler Wirtschaft und die aus der zentralen Verbrennung resultierenden Konsequenzen wurden mit uns nicht abgesprochen", kritisierte Fachgruppenvorsteher Harald Höpperger. Die Tiroler Wirtschaft könne den am Dienstag von Landeshauptmann Wendelin Weingartner (V) und Umwelt-Landesrätin Christa Gangl (S) erwirkten Beschluss "nicht akzeptieren" und werde daher versuchen, "sich noch stärker gegen den von oben verordneten Mülldirigismus bei betrieblichen Abfällen" zur Wehr zu setzen. Eine "generelle Entsorgungspflicht für Gewerbe- und Industrieabfall" bei einer zentralen Müllverbrennung werde vor dem europäischen Gerichtshof "nicht halten", betonte Höpperger. Entsprechend dem Grundsatz eines einheitlichen Wirtschaftsgebietes sei es nicht zulässig, "dass sich ein Land wie Tirol abfallwirtschaftlich abschottet". Mit einer derartigen Großanlage werde die Abfallbehandlungsmethode in Tirol "für Jahrzehnte einzementiert", so der Fachgruppenvorsteher. Diese behindere darüber hinaus innovative Entwicklungen und Forschungen der Behandlungsmöglichkeiten. "Nichts gegen klare Vorgaben der Abfallbehandlungsziele (Grenzwerte), die Methode bzw. das Wie der Abfallbehandlung sollte aber der Wirtschaft überlassen werden", betonte Höpperger. Die Tiroler Wirtschaft dürfe bei "einer so zukunftsweisenden Entscheidung" nicht übergangen werden. Daher fordere die Wirtschaftskammer "eine intensive Einbindung aller Betroffenen". (APA)