Prag/Wien - Eine öffentliche Anhörung zum umstrittenen AKW Temelín ist Prag wichtig. Das zeigen die Reaktionen auf die in Österreich geforderte Absage eines solchen Hearings. Eine Absage würde zeigen, dass es Österreich nie um Inhalte, sondern nur um die Verhinderung des AKW gegangen sei, lässt sich aus einer Erklärung des Außenministeriums entnehmen. Die Absage des Hearings war Anfang der Woche in Linz verlangt worden. Umweltminister Wilhelm Molterer hält jedoch an einer Anhörung am 26. Juni fest - sie wird allerdings nicht mehr in Oberösterreich stattfinden. "Molterer fährt drüber wie der tschechische Industrieminister Gregr", meinte der Sprecher der Temelín-Gegner in Linz, Josef Pühringer. Und er kündigte massive Proteste bei einem Hearing an - von neuen Grenzblockaden bis zu "Menschenketten, Menschenteppichen, Menschenmauern". Auch Salzburgs Umweltlandesrat Othmar Raus (SP) zeigte sich skeptisch. (APA, DER STANDARD Print-Ausgabe 15.Juni 2001)