Skopje - Mazedonien und die Volksrepublik China sollen kommenden Montag ihre vor zweieinhalb Jahren abgebrochenen diplomatischen Beziehungen normalisieren. Zu diesem Zweck reist die mazedonische Außenministerin Ilinka Mitreva nach Peking, berichtet die Zeitung "Dnevnik" am Samstag in Skopje. Diese Beziehungen waren abgebrochen worden, nachdem Mazedonien nach dem Wahlsieg der rechtsnationalistischen VMRO-DPMNE ("Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation - Demokratische Partei für die Nationale Einheit") von Premier Ljubco Georgievski 1998 diplomatische Beziehungen mit Taiwan aufgenommen hatte. Die Beziehungen zwischen Taipeh und Skopje basierten auf der beiderseitigen Achtung der Menschenrechte und der Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft demokratischer Staaten, hatte es damals geheißen. Vor ihrer Abreise nach Peking werde die Ministerin die Regierung in Taipeh offiziell über den Abbruch der Beziehungen informieren, meldete "Dnevnik". Dies war die Bedingung Pekings für die Wiederherstellung der Beziehungen. Als Gegenzug strich Taiwan ein Hilfsprogramm für die mazedonische Wirtschaft in Höhe von 160 Millionen-Dollar. Das Motiv für den Sinneswandel in Skopje liegt vor allem in Pekings Bedeutung als Ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrats - insbesondere angesichts der Krise Mazedoniens wegen des Konflikts mit den albanischen Rebellen. Ohne Mazedonien unterhalten noch 28 Staaten diplomatische Beziehungen zu Taiwan ("Republik China"). Die Volksrepublik China hat zu Ländern, die Taiwan anerkennen, die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Die nach ihrer Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten im Jahr 1949 auf die Insel Taiwan geflüchtete nationalchinesische Regierung hatte bis 1971 den UNO-Sitz inne. 1971 wurde die Regierung in Peking von der UNO als alleinige rechtmäßige Regierung Chinas anerkannt; damit wurde ihr der chinesische UNO-Sitz zugesprochen. (APA/dpa)