Rangun - Die in Burma (Myanmar) herrschende Militärjunta unter General Than Shwe hat zwei weitere Spitzenfunktionäre der "Nationalen Liga für Demokratie" (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus neunmonatigem Hausarrest entlassen. Wie am Wochenende aus Militärquellen in Rangun verlautete, wurden Aung Shwe und Tin Oo am Freitagabend freigelassen, um am Samstag an der Beerdigung eines Offiziers teilnehmen zu können. Es war aber unklar, ob die Freilassung der beiden Politiker unbefristet oder nur vorübergehend ist. Nach Bekanntwerden der Maßnahme wurde in Rangun spekuliert, auch der Hausarrest Aung San Suu Kyi könnte in Kürze aufgehoben werden. Allerdings gab es dafür bis Sonntag keine Bestätigung. Die NLD hatte bei Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung im Jahr 1990 vier Fünftel der Mandate errungen, das gewählte Parlament durfte jedoch nie zusammentreten. Am Mittwoch war das ranghohe NLD-Mitglied Soe Thein nach fünf Jahren Haft freigelassen worden. Hintergrund der Freilassungen könnten angebliche Drohungen von Suu Kyi sein, derzeit laufende Gespräche mit der Junta abzubrechen, sollten nicht politische Gefangene über 60 Jahre auf freien Fuß gesetzt werden. Dem Regime in Rangun werden schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt. Wegen systematischer Zwangsarbeit in Burma hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) jede technische Zusammenarbeit mit dem südostasiatischen Land suspendiert. (APA/dpa)