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Rexhep Meidani

Foto: Reuters/Celi
Skopje - In die internationalen Bemühungen um eine Entspannung der Lage in Mazedonien hat sich am Sonntag auch Albanien eingeschaltet. Staatspräsident Rexhep Meidani forderte die albanischen Rebellen auf, den strategisch wichtigen Ort Aracinovo bei Skopje zu räumen. Damit könnte der politische Dialog erleichtert werden, sagte Meidani nach Angaben des Präsidialamts bei einem Treffen mit dem amerikanischen Regierungsbeauftragten James Swigert in Tirana. Albanische und slawische Politiker berieten unterdessen in Mazedonien weiter über den Friedensplan von Staatspräsident Boris Trajkovski. Um Aracinovo, das sieben Kilometer entfernt von der mazedonischen Hauptstadt Skopje entfernt liegt, kam es auch am Wochenende zu Zusammenstößen zwischen Rebellen und Regierungstruppen. In der vergangenen Woche hatten die Rebellen gedroht, den Flughafen, eine Ölraffinerie und Polizeiposten von Aracinovo aus anzugreifen. Wie aus albanischen Regierungskreisen verlautete, soll Swigert Meidani darum gebeten haben, seinen Einfluss auf die Rebellen für einen Abzug aus dem Ort einzusetzen. Kein Durchbruch in Sicht Am dritten Tag der Verhandlungen über den Friedensplan Trajkovskis gab es offenbar noch keinen Durchbruch. Am Samstag hatte sich allerdings einer der führenden albanischen Politiker in Mazedonien, Arben Xhaferi, zuversichtlich gezeigt, dass die Krise in absehbarer Zeit beendet werden könne. Man komme voran, so Xhaferi. Nach dem Vorschlag, den auch die EU unterstützt, soll albanischen Extremisten eine Amnestie gewährt werden, wenn sie ihre Waffen niederlegen. Aus Regierungskreisen verlautete, Trajkovski sei bereit, Verweise auf Religion und die Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe aus der Verfassung zu streichen und Albanisch als zweite Amtssprache zuzulassen. Am Sonntag gab ein Sprecher des mazedonischen Verteidigungsministeriums bekannt, dass die Luftwaffe um vier Kampfhubschrauber und vier Kampfflugzeuge aufgestockt werde. Die Waffen stammen aus der Ukraine und sollen bereits am Montag stationiert werden. Ob ein sofortiger Einsatz geplant ist, wurde nicht mitgeteilt. Großbritannien bietet den mazedonischen Streitkräften nach Aussage eines Sprechers des Verteidigungsministeriums eine Spezialausbildung an. Britische Soldaten würden aber auf keinen Fall an Kampfhandlungen teilnehmen, sagte der Sprecher am Sonntag. Die Staats- und Regierungschefs der EU einigten sich auf ihrem Gipfeltreffen in Göteborg auf die Einrichtung einer ständigen Vertretung in Mazedonien. Wer als EU-Gesandter nach Skopje geschickt wird, ist aber noch unklar. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte, er unterstütze die französische Kandidatur. Dabei soll es sich um den früheren Verteidigungsminister Francois Leotard handeln. (APA/AP)