Frankfurt - Bei der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hat am Montag die Urabstimmung über den Schlichterspruch im Tarifstreit mit der Lufthansa begonnen. Der vom früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) ausgehandelte Tarifkompromiss gilt als angenommen, wenn ihm bis zum 6. Juli mindestens 50 Prozent der bei Cockpit rund 4200 organisierten Piloten zustimmen. Der Schlichterspruch sieht für 2001 Einkommenserhöhungen von zwölf Prozent sowie eine Einmalzahlung von zwei Monatsgehältern vor, was sich insgesamt auf knapp 30 Prozent addiert. Die VC zeigte sich zuversichtlich, dass ihre Mitglieder diesen Vorschlag annehmen würden. Mit einem Streik hatten die Piloten im Mai mehrfach den Lufthansa-Flugverkehr weitgehend lahm gelegt. Kosten im Milliardenhöhe Die Lufthansa beziffert die Kosten für die Gehaltserhöhung auf rund 230 Mill. DM (117,6 Mill. Euro/1,6 Mrd. S). 2002 soll es eine strukturelle Anpassung von plus 2,8 Prozent sowie eine Erhöhung entsprechend der durchschnittlichen Tarifabschlüsse in Westdeutschland geben, die den Angaben zufolge in der Regel mit etwa 2,5 bis drei Prozent veranschlagt wird und auch für 2003 gelten soll. Darüber hinaus kann 2002 und 2003 eine leistungsbezogene Variable gezahlt werden. Ursprünglich hatte die VC 35 Prozent mehr Gehalt zuzüglich einer Gewinnbeteiligung gefordert. Sie begründete dies damit, dass die Piloten vor rund zehn Jahren zur Sanierung ihres damals angeschlagenen Konzerns Einkommenseinschnitten zugestimmt hätten, die nach wie vor nicht aufgeholt worden seien. Zudem schnitten die Piloten im internationalen Einkommensvergleich schlechter ab als die Kollegen der Konkurrenz-Gesellschaften. (APA/Reuters)